Hier kannst du mir was mitteilen!

Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Besuch beim Ortsrat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Besuch beim Ortsrat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2024-07-26

WÖLFE IM SAARLAND

langsam wirds eng für mich stadtwolf - traue mich gar nicht mehr, in großbuchstaben zu schreiben. fühle mich ganz klein unter so vielen wölfen im saargebiet. sind es schon drei oder doch nur zwei, ich weiß es nicht genau. mich zähle ich allerdings nicht mit bei dieser populationszählerei. schließlich komme ich nicht vom land und über das selbige, ich bin eingefleischter (ha! ha!) Stadtbewohner mit stagnationshintergrund. die zahl der stadtwölfe im saarland ist um 50 prozent zurückgegangen - meine liebe frau ist nach italien ausgewandert. dort weiß sie sich sicher vor mir, wie sie mir zum abschied zuraunte. 

ich weiß nicht, was sie damit gemeint haben könnte. 

also bleibe ich solo hier, um es auf italienisch zu sagen, und harre der dinge, die da kommenes kann nicht so schlimm werden, wie uns die zeitungsschreiberlinge klarmachen wollen - ich denke, es sind auch vegetarier unter den wolfsähnlichen, ich jedenfalls nasche auch mal ganz gerne fleischlos. oder ist das ein zeichen von dekadenz? schließlich bin ich jahrzehntelang ans stadtleben gewöhnt. da vergisst man schon mal hie & da einen oder zwei knochen auf der speisekarte.



 

2024-02-06

Die bösartigste Berichterstattung der Welt

Was ist los, warum bin ich so unbeliebt in dieser Stadt? Blieskastel ist mimosisch veranlagt. Übersinnlich empfindlich - nicht empfindsam -  jedes Wort, geschrieben oder gesprochen, wiegt einhundert Zentner oder mehr. Und das Gesagte wird noch dreimal durch den Wolf gedreht - ha ha, habe ich gar nicht gemerkt. Wird man davon satt!?
Seht mich an, ich habe schon bessere Tage sehen dürfen, ich hatte schon mal mehr Schmalz auf der Hüfte. Macht mir aber nicht viel aus, wenn die Knochen rappeln bei jeder Bewegungsgelegenheit, macht das einiges mehr an Lärm aus. Und für diesen bin ich wahrlich zu haben. Blieskastel bräuchte auch mehr davon. Doch Schlafmützen wollen partout nicht gestört werden.
Vielleicht bin ich deswegen so unbeliebt.
Meine Visage ist ein Schwarz-Weiß-Foto. Immer und überall, Menschen mögen keine monochromen Sachen, ich schon.
Vorigen Montag - 5. feb - streunte ich wieder durch die City. Hatte natürlich ein paar Erwartungen in meinen Gehirnwindungen, sie sollte es eigentlich nicht geben, doch sie waren da.
Kurz und klar ausgedrückt: nichts, nicht die Bohne, nada hat sich geändert innerhalb dieser Mauern. Es lebe die Langeweile! Wenn nichts geschieht, dann passiert auch nix. 
Aber, was soll hier denn noch geschehen!?
Schlurfe ich über den Parkplatz am idyllisch gelegenen Rathaus und schlürfe anschließend meinen geliebten Cafe Creme in meinem neuerdings wieder anerkannten Lieblings-Cafe - traurig und resignierend. Habe mein Wanderoutfit dabei, so dass man mich leicht erkennen kann, aber Fehlanzeige! Der Rucksack schlenkert seine losen Gurte, mein italienischer Stetson schützt mich vor allzu neugierigen Blicken - die es nicht gibt. Falle dennoch auf, aber anders, wie ich es erhoffte. Bin kurz davor, für einen Bettler gehalten zu werden - bin ich ja auch, ich bettele darum, dass endlich irgendwelche Bürger aufstehen und ihre Meinung herausbrüllen! 
Ein winzig kleiner Trost: zwei Tische weiter sitzt ein alteingesessener Blieskasteler, den ich weitgehend ignoriere. Ist das ein Widerspruch in sich!? Er sieht mich ja nicht, wie es von mir gewohnt ist seit Jahren. Dann, ganz am Ende meines dortigen Aufenthaltes, wagt er sich doch hervor und wechselt ein paar Worte mit mir. 
Mit einigem Widerwillen antworte ich ihm. War es nur ein launiger Spuk am Montagvormittag? Ich lasse meine Antwort auf diese Frage zurück in dem Cafe. Ist auch besser so, der heutige Montag vergeht auf diese Weise.
 
 Später lande ich an der ungeliebten Bushaltestelle. Aber ein Gutes hat sie: es sind hier zahlreiche Leute, die auf ihren Bus warten, allesamt Menschen von außerhalb - und überwiegend junge Leute, Schüler meist. Hier fühle ich mich am wohlsten, unter jungen Leuten, weil sie in mir den Wanderer, den Streuner, den Observierer erkennen. Niemand redet mit mir. Meine wölfischen Augen unter dem Hut sind glühende kleine Kohlen, die nie ausgehen. `Da kommt noch was´, wollen sie sagen. Da kommt noch was, ich bin noch nicht am Ende .... Ja, stimmt - da kommt endlich mein Bus, ca. sieben Minuten zu spät. Käme er nicht aus Homburg, würde ich behaupten, er wäre ein waschechter Blieskastel-Bus. Wie man sich doch irren kann ....

2024-01-20

Der Stadtwolf war, ist und wird ein Denkokrat in dieser Demokratie bleiben!!!

Der Stadtwolf war, ist und wird ein Denkokrat in dieser Demokratie sein und bleiben!!! Versprochen und für immer gehalten. 

Trotz aller Rede-, Denk- und Meinungsfreiheit über die aktuelle Protestbewegung - insbesondere und auschließlich für die derzeitigen Demos gegen die AfD-Nazis - hier einige von mir selbst und anderen Verfassern in ausgesuchten Printmedien vorgebrachten Argumente, bitte ich euch, in Zukunft, mindestens bis zum Untergang der Milchstraße, dem Andromeda-Nebel und der Bild-Zeitung, folgendes zu über- und zu be-denken:
1) Anmerkung siehe untenstehend am Ende des Artikels.

Nazis. Oberbegriff für unterirdische Denkweisen und Handlungen in gar nicht so lange vergangener Vergangenheit und Gegenwart. Wie lange werden sie uns buntgewürfelte, aber nicht kleinkariert denkende Bewohner dieses Landes noch bedrohen!? Können wir sie abwenden, die Demokratie in ihrer jetzigen Form retten? Wie werden die etablierten Parteien, in und ausserhalb der jetzigen BundesRegierung, uns dabei helfen? Z. Zt. habe ich darüber große Bedenken, dass jemand in den Parteien dieses Ziel überhaupt will.
Ich verstehe die Gründe dafür nicht, auch in den unten hingewiesenen Artikeln der Zeitschrift finde ich wenig Erklärendes. Die zu erwartenden Folgen bei einem Verbot der AfD sind allerdings klar und deutlich - deutschlich? - aufgezeigt. Man denke einmal (und zwar lebenslang!!!) drüber nach, eine persönliche Empfehlung von mir, dem heulenden Stadtwolf (an dieser Stelle ein stolzverzweifelter Gruß an meine frei lebenden Kollegen von der carnivorisch-demokratischen Reißwolf-Fraktion in deutschen Wiesen und Wäldern, auch als sozialistisch-linkische Denk-Weisen bezeichnet! Let´s roll!).
Ja, ihr habt richtig gelesen, "Denk-Weisen", wie die "Weisen aus dem Morgenland". Nur mit dem Unterschied, dass wir keinem Stern folgen, sondern dem deutschen Gespenst der Demokratie, das es immer und immer wieder neu tagtäglich zu verteidigen gilt.
Seien wir nicht opportunistisch, denken wir symphonisch-futuristisch. 

 Ich möchte ja nix verschlimmbessern - man kann es kaum noch, davon abgesehen. Jammern hilft nix, die Polizei rufen hilft auch nix, was dann!?
Sich hinlegen und sterben wäre ´ne Alternative, doch wer tut das? Wir hängen doch alle an unserem bisschen Leben, auch wenn es sich nur um einen räudigen, heruntergekommenen Stadtwolf handelt. Ihn zum Oberbürgermeister von Blieskastel zu machen, wäre eine Alternative. Aber hier muss ich hinzufügen: da würde ich mir ein anderes Volk als das jetzige von BLK wünschen, ich würde ein interessanteres vorziehen und (demokratisch) wählen, die Geschichten und Aneck-Doten über Blieskastel geben mir recht.
Wann handeln die Blies-Taler? Wann gehen auch sie auf die Straße, gegen die gedeckten Scheissdrecksfarbigen aufzustehen? 

Wann oszillieren sie in sämtlichen Farben des Freiheitsspektrums in Schnee, Eis und Sonne? 

Wann räumen sie sich die Irrtümer ein, die sie in den alten Ritualen und Sitten und Gebräuchen zuhauf finden?
Es müsste keine Reue stattfinden, nur sollte der Wille gefunden werden, einer menschlicheren Gesellschaft auf die Sprünge zu helfen.

Leere Hülsen sind das, Patronenhülsen einer Revolution, die nie stattgefunden hat. Sollte jemand dieser Meinung sein, so verkünde er es ohne Angst.


------------------------------------------------------------------------------------
1) Lest bitte die beiden Artikel in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, Ausgabe # 4/2024, Seite 2 und 3, es stehen äusserst wichtige Informationen darin.



2024-01-15

Was sind schon 70 Jahre!?

Was sind schon 70 Jahre?

In diesem Katastrophenjahr 2024 wird der Stadtwolf, nach Menschenjahren gerechnet, siebzig Jahre alt. Kein sehr großes Ereignis, aber eines, das mich beschäftigt. Nach Wolfsjahren gerechnet, bin ich jetzt so um die 10, 11 Jahre alt - in der freien Wildbahn der Großstadt Blieskastel also bereits ein graubärtiger, isegrimmiger Reißer - Phil The Ripper - der gemächlich, manchmal mit Krücken, über den Marktplatz schnürt und nach seiner ebenfalls ergrauten Lady Ausschau hält - die seit zwei Jahren nicht mehr gesichtet wurde. Die Sehnsucht nach dieser Lady Godiva (aka Mrs. Rosa Lee Lupa) hält sich hartnäckig, sie hat sich jahrelang, gemeinsam mit mir, erfolgreich gegen andere Wolfsrudel behauptet. Meine Besuche bei ihr sind unverändert mein einsames Credo, meine Hutschnur, die niemals überschritten wird. Ich schwöre.

Mittlerweile sind wir nicht mehr im großen Rudel des Bliestals vertreten, eher im Kindergarten der Pudel - muss man nicht verstehen, ist nur meine krude satirische Fantasie ......

Als alternder, gut abgehängter Stadtwolf räume ich mir keine weiteren satirischen Frechheiten ein - das gehört sich nicht, passt nicht weiter zum guten Ton von Blieskastel: was früher dort   n i c h t    passierte, ist heutzutage erst recht vergessen. Und nachforschen, das will ich wenig bis gar nicht, meine journalistischen Fähigkeiten erschöpfen sich augenblicklich.  Was die anderen Fähigkeiten betrifft, schweige ich besser. 

Der alte Sack hat Löcher bekommen - noch fliege ich, doch der Autopilot ist soeben gestorben. Beliebig könnte ich dieses Endszenario fortsetzen. Tue ich aber nicht, dort, wo man mit siebzig-achtzig Jahren landet sind mir zu viele alte Leute.

2024-01-03

Deja vu - Trump ante portas - hurra! hurra! nicht schon wieder

Das Jahr des politischen Deja vu - Trump ante portas - hurra! hurra! nicht schon wieder. Abwechslung soll doch erfreuen, denke ich. Nichts dergleichen, liebe Amerikaner, wo ist die Liebe zur Freiheit geblieben, eurer grunddemokratischen Toleranz zuliebe frage ich das. Was von ihr ist noch übrig? Aber es wäre besser, die Indigenen zu fragen - die Afroamerikaner und die restlichen ehemaligen Einwanderer. Wobei die Afroamerikaner nicht ganz freiwillig euren Staaten und gottesfürchtigen Kirchen und Institutionen (Baumwollplantagen, Kinderproduzierstationen - sprich: edelmütige weisshäutige Plantagenbesitzer, die sich bei eurer weiblichen Bevölkerung allzu gerne bedienten -  und/oder Gefängnissen, der nordamerikanischen Variante kultureller Bildung) zugewandert sind. Wo sind eure Indigene, sind sie schon nach Indien ausgewandert!? Hat das jemand von euch Patrioten und Gottesfurchtverehrern bemerkt!?

Aber ihr habt ja erst einen einzigen Bürgerkrieg gehabt, vor achtzigtausend Jahren. Da hat man genügend Zeit, das Wissen über den zu vergessen (oder zu verdrängen!). Geht uns Kartoffelfresser-Deutschen doch genauso. Ein Revolutiönchen alle siebzig Jahre, und schon ist die Demokratie überflüssig geworden. Dann wünsche ich euch mal viel Spass beim neuen Interessen-Konflikt: Rassismus gegen Intoleranz oder Kapitalismus gegen Armut oder: Kreativität und Fantasie gegen Kopfnicker-Satrapen, die Trump herbeibeten. Das ist kein Erlöser, wie ihr manchmal glaubt. Er ist der Kaffesatz an Tumbheit. Und passt gewaltig auf, wenn Trump wiederholt Präsi werden sollte, werdet ihr Alaska wieder an Russland verlieren, Putin fackelt nicht lange, der macht eure sehnsüchtig verlangte "Freiheit" auf begrenztem Staatsgebiet erst recht attraktiv, ha ha.

Vielleicht MUSS Trump Präsi werden, vielleicht müsst ihr da durch, zum zweiten Mal. Aller guten Dinge sind aber drei oder vier oder auf Lebenszeit!? .... und das auch noch eintausend Jahre lang!? Ihr könnt mir als Deutscher ruhig Glauben schenken, wir haben in Deutschland einschlägige Erfahrung darin. Ihr habt einschlägige Erfahrung darin, uns diese schöne neue Welt auszutreiben - wisst ihr noch: 19fünfundvierzig? Mittlerweile haben wir 20vierundzwanzig. Klingelt´s da bei euch, ihr aufrichtigen Republikaner und .... !? Euer floridanischer New Yorker Lügenbaron wird euch schon noch gehörig münchhausieren, denke ich mir. Dann fälscht mal schön eure Wahlzettel, auf Authenzität kommt´s eh´ nicht mehr an.



 

2023-12-19

Willkommensbrief an den saarländischen Wolf

Willkommensbrief an den saarländischen Wolf

Das war doch vorauszusehen: 

ich als Stadtwolf habe immer daran geglaubt und herbeigesehnt, jetzt isses passiert. Sogar vor meiner Haustier-Tür, in der Nähe von Bliesransbach, wurde im September diesen Jahres ein Wolf gesichtet. Es ist mir eine große Ehre als Stadtwolf, ihn freudig begrüßen zu dürfen - auch wenn ich die Nachricht recht spät erfahren habe. Ausgerechnet von einem Jäger, wie sinnig. Waren diese doch nicht ganz unbeteiligt, ihre berühmteren "Konkurrenten" aus dem Weg zu räumen.
Der Wolf ist ein Wanderer, ein Nomade - habt ihr dieses Wort schon einmal gehört!? Es bezeichnet Lebewesen, die darauf verzichten, an einem festen Wohnort zu bleiben. Das nenne ich fürwahr altruistisch. Ein Stadtwolf dagegen ist nicht altruistisch, er will auf nichts verzichten. Er jagt die Gier der Menschen und frisst sie heißhungrig.
Aber was hat dieser neue saarländische Wolf hier zu suchen? Ist er lediglich auf der Durchreise? Schade, dass ich ihm nicht begegnet bin, ich hätte ihn gerne interviewt. Was er mir wohl anvertraut hätte? Ich denke, dass er ein Revier sucht, um überleben zu können. Das Gegenteil von meinen Ambitionen, meines schrumpft immer mehr. Naja, vielleicht kann er mich mal hier in der Gegend ersetzen, was die Jagdleidenschaft angeht. Entsetzen und Furcht werden bald wieder seine ständigen Begleiter sein, fürchte ich. Vielleicht kann er auch die Jäger und Viehzüchter besänftigen, "bitte habt Verständnis und Empathie, ich tue euch nix, aber ich muss ja auch leben, will leben - wir können gut miteinander auskommen, wenn ihr mir vom Leibe bleibt. So ähnlich hat es Rotkäppchen mir versprochen, bevor sie sich den allgemein herrschenden Vorurteilen in der menschlichen Gemeinschaft angeschlossen hat."

Wir Wölfe haben ebenso eine Gemeinschaft. Sie wird nur von wenigen Menschen anerkannt. In der Stadt ist es am schlimmsten, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Stadtleben ist kein Naturleben, aber die Wölfe werden es uns schon zeigen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Goldschakal die saarländische Staatsbürgerschaft erringen möchte. Ich bin guter Hoffnung.


2023-11-29

Warum traurig sein!?

Warum traurig sein, die Freude bleibt trotzdem aus!?

   Neuerdings bin ich des öfteren am blk Busbahnhof zugange, dem Nadelöhr blieskastlerischer Weltoffenheit - nicht ganz freiwillig, meine zunehmend betagter werdende gesundheit zwingt mich dazu, da hinzugehen, mit den teils unfreundlichen, teils zuvorkommenden Busfahrern zu plaudern, um von A nach B zu kommen.
Unter anderem, aber über das "andere" möchte ich nicht sprechen. Ich sehe es gern, wenn sich etwas ändert, ver-ändert, die Gestalt wechselt. Neuer Wein in alten ..... - ach, was! Alte Floskeln sind nicht totzukriegen, das hat man nun von der eigenen Sprache, dass sie sich schlecht ändert. Sogar das Schlechte in unserer derzeitigen Lage in Deutschland/Euro-Land ändert sich schlecht. So dachte man früher einmal über den Begriff "Fortschritt" nach. Ist mittlerweile auch überholt.
Nur der Personalbestand am blk Busbahnhof ändert sich, mählich, aber immerhin .....  Ich bemerke etwas Besonderes - die Klassifizierung der verschiedenen Gruppen veränderte sich, im wahrsten Sinne geografisch - mikrogeografisch sozusagen: Hier der so genannte Bodensatz in der Bevölkerung, sprich: Leute, die keinen anderen Ausweg und/oder Ort wissen, wo sie sich unterhalten und betrinken sollen. Da die verschiedenartigsten Zuwanderer oder deren jugendlichen Nachkommen, die Mehrzahl derer, die noch keinen Führerschein geschweige denn ein Fahrzeug besitzen.
Mit dem selbstgewählten Begriff "Bodensatz" will ich auf keinen Fall bestimmte Leute  diskreditieren, geschweige denn, diskriminieren - damit meine ich bestimmte Bevölkerungsgruppen, die noch vor wenigen Jahren sich keineswegs schämten, auf dem blanken Boden oder Mauervorsprüngen zu sitzen, mitten in dieser kultivierten Stadtlandschaft, und auf irgendetwas gewartet haben. Was deren Wartezeit, genauer betrachtet, bedingt haben mag, sei dahingestellt.  Stadtwölfe sind nur neugierig, wenn es etwas zu essen gibt.
Es gibt auch einen Kiosk, der überwiegend Getränke verkauft. 

Der Stadtwolf trinkt nicht mehr - nur Wasser aus Pfützen, wenn´s geregnet hat. Er frisst weniger Fleisch, denn er ist daran gewöhnt, frisch gerissene Nahrungsteile zu sich zu nehmen, im Gegensatz zu dem abgestandenen Aas, das für gewöhnlich in den Discounterzentren angeboten wird - und Menschenmassen geht er vorsichtig äugend aus dem Weg. Denn es sind raue Gesellen unterwegs, die einem alternden Raubtier liebend gern auf den Schwanz treten wollen, aus reiner Boshaftigkeit, versteht sich.
Es ist ein falsches Paradoxon, wollte ich behaupten, zu früheren Zeiten mit Vorliebe ganz bestimmten blieskasteler Honoratioren auf den Schlips getreten zu haben. Dennoch, es ist noch lange nicht vorbei!


2023-11-18

Einmal müde werden

Einmal müde werden (ist nicht schwer)

 

Einmal müde werden

 

Wer möchte das nicht, die Stiefel ausziehen, die einem den ganzen Tag geleckt worden sind, in die Puschen steigen und der Alten einen heftigen Klaps geben, dass sie in die Ecke fliegt und sich nicht mehr regt ....! Es wäre doch zu schön. Des Spießers Wunderwaffe zieht nicht mehr, meine Herren. Die Menschen in diesem Landstrich sollten sich auf was anderes besinnen. Sollten sie das jemals beherrschen, würde ich mich freuen, in meinem Fuchsbau aus grauem Kiefernholz still bleiben und meine Pfoten einfetten, weil der Winter kommt. 

Aber eines ist sicher, meine Herren und Damen. Die Wölfe werden kommen, und sie werden aufhören, still zu sein. Sie werden ordentlich Krach machen, damit es Krach bleibt. Obwohl es wahrlich nicht so ausschaut, zugegeben ..... Es ist Tarnung, reine Beobachtungsgabe. Der Notar der Wildnis, die angeblich gezähmt worden ist durch Menschenhand.

´Spotte du nur!´, wird es heißen. Dir wird schon noch die gute Laune vergehen´.

Meine gute Laune ist längst dahin, ich weiß gar nicht, was ihr habt ....!  Den Schwanz werde ich deswegen keineswegs einziehen, vor euch nicht, vor dem Winter nicht. 

Vor wem dann?

 

 

Was mit einer Verletzung einhergeht

 Ich will nicht verletzt sein.

 

 Ich will nicht verletzt sein. Das Rudel Wölfe, das im Saarland erwartet wird, bleibt aus. Lohnt sich das Warten!? Igitt.

Meine Wünsche, die 100.000e von 2014/15, wo sind die abgeblieben? Hat meine Flaschenpost keiner gefunden, da draußen, na!?

Mein stiller Zorn auf die Gleichgültigkeit, wo habe ich ihn nur gelassen? Ist das schon die Demenz? Hallo?

Mit wem spreche ich? Nur mit mir, sonst ist niemand ansprechbar. Ich kriege den Hammer aufn Kopp, wenn ich den Mund aufmache. Also, schlagt zu, Freunde, es lebe das Gegenargument! Kennt ihr die Comedy-Serie "Alles unter einem Dach"? Sie läuft mal wieder auf Nitro derzeit. Da gibts einen notorischen Deppen namens Steve - ungeliebt, hässlich, albern, geschmacklos und immer hinter einem bestimmten Weiberrock her.
Dabei mag ich keinen Rock, I dig Jazz!!!!

´Ne wölfische Seele habe ich nicht, ich habe überhaupt keine. Das ist beruhigend, wenn man bedenkt, dass Wölfe mitten unter den Menschen leben, die nur lieben, was sie selber erlegen können. Also verschonen sie mich. Leicht dahingesagt, schließlich habe ich mit diesem Mythos die ganze Zeit meines Bliestaldaseins überlebt. Indem ich mich tarne. Menschen wittern keine Tiere, wenn diese nicht von ihrer gleichen Art sind: stur, stur und stur.
Das zeichnet ihre Ausgeglichenheit und Ignoranz aus. In großem Stil und jeglichem menschlichen Maßstab - hinter blauen Fenstern verstecken sich keine Pastellkreiden, wohlgemerkt. Kreide habe ich nie gefressen. Mein Kollege aus "Rotkäppchen" war ja auch böse. Hätt´ er lieber mal der jungen Maid den Sekt weggesoffen, wäre er viel entspannter dahergekommen!

 Was besitze ich dann, wenn´s keine christeneinheitliche Einheitsnorm von mir gibt!? Ein grauschwarzes, räudiges Fell, riecht ´n bisschen muffig, kann sich aber noch sehen lassen - trübwässerige Jägeräuglein, mit abnehmender Sehkraft behaftet, graue Barthaare, die vor Jahren mal für attraktiv gehalten wurden, meiner Treu! Wie naiv sind Menschen!, die so etwas behaupten? Ich stehe daneben und lache mir die Schweifhaare kraus. Die meisten sind eh´ schon abgefallen .... ´s ist nun mal Herbst im Jahr, da fällt vieles aus. 

Ach ja, eh´ ich´s vergesse: der Asphalt, auf dem ich mich meistens bewege, ist ebenfalls von dunkelgrauer Farbe, erst recht, wenn´s regnet. Schöne Einfalt der Buntheit. Passt irgendwie hierher, Dorf, Städtchen, in Gesichtern von Blk-Promis, wenn sie an mir vorüberhasten - hastu-nich-gesehen-! - seitdem ich wieder gut laufen kann, fällt mir das Gehen nicht mehr so schwer. Ich wurde noch einmal gerettet, Wölfe haben auch mehrere Leben, so an die zweihundert, denke ich. Das müssen sie auch haben, bei der geringen Zahl, die es im Saarland von ihnen gibt, müssen sie sich irgendwie ausgleichen und ergänzen! Also, folx, wir werden immer lästig bleiben, auch wenn wir nur ein paar Exemplare hier sind. Gibt es noch ´nen weiteren Stadtwolf? Vielleicht in Homburg oder Zweibrücken? Es würde mich entzücken!

2023-10-14

Gewaltige Prügel für den Stadtwolf

Gewaltige Prügel für den Stadtwolf - ´s Wolferl musste mächtig Haue einstecken

Wäre doch ´ne prima Schlagzeile, was!? Endlich wird´s dem altgrauen Mordkopf mal gründlich gezeigt! Wurde verdammtnochmal Zeit, es gibt viel zu viele von seinesgleichen in der Stadt - ein einziger Frevel an der ehrbaren Gesellschaft Blieskastels. 

Frommer Wunsch, fürwahr. Mein alter Kumpel, der amerikanische Kojote Simon Bolivar Coyotero,  fragt mich lapidar: "Was iss´n passiert? Is überhaupt was passiert, hä!?"

Lieber Simon Coyotero - nix Gravierendes is geschehn, es wurde noch immer keine Mauer gegen die anstürmenden Migranten aus Übersee (sprich: Mediterranée) errichtet, es wurde noch kein Trump in Blieskastel gesichtet, der seinen Freund Putin in die Von-der-Leyen- einlüde, zur Gaudi russisch-nationalgermanischer Gesinnungskumpanen. Es wurde nur ein seltsam wirkender Nebel gesichtet, der über die Stadt liegt und sich breitmacht. In den Bergen deines heimatlichen Nordmexikos und südarizonischen Revieres gibt es jenen ominösen Nebel gar nicht. Den gibt´s nur hier - das schwöre ich dir.

Der Nebel trat mit einem Schlag auf - kaum, dass ich die Szenerie betreten hatte. Eingelullt vom harmonischen Lachen und Zusammensein der letzten Tage und Wochen wusste ich im ersten Augenblick nicht, wie mir geschah. Es ging auch kein verschwörerisches Raunen durch die Menge, die mich ansichtig wurde, als ich ihr ansichtig wurde. Wie auf Kommando verzogen sich die meisten der Gesichter bei Männlein wie Weiblein, derer ich blitzschnell gewahr wurde, zu einer hämischen Fratze, andere handelten wie immer, nämlich ignorant jedem gegenüber, der hier herumspazierte und die Leute anglotzte. Dabei hatte ich an jenem Morgen, dem gestrigen Tag, keinerlei Absicht, Spottverse auf diese Stadt zu schmieden, seine einschlägigen Bewohner inbegriffen. 

Die Prügel habe ich eingesteckt. Habe mich kaum gewehrt, denn es ist ja nix passiert! Die Petersilie wurde mir nicht verhagelt, ich wurde nicht niedergeschrien noch verurteilt zu Zwangsarbeit, bin nicht zum Sklaven degradiert worden und nicht als Bettler auf die Straße hinausgejagt worden. Es geschah dennoch - ein leichtes Heben des Kopfes, ein kollektives Erkennen meiner schäbigen Gestalt, ein stummes Einverständnis, diesem schmarotzenden Wildtier, das in unregelmäßigen Abständen die heiligen Lämmer Blieskastels reißt, die Stirn zu bieten - weil es schwach wirkte. Schwache Wölfe, wo gibt´s denn sowas!? Krüppeliges Humpelstilzchen auf vier Pfoten, Pfui Teufel! 

Simon Bolivar Coyotero, alter Freund, du musst es doch auch wissen, wie das ist, wie sich das anfühlt, diskreditiert zu werden! Deine Art, die amerikanischen Kojoten, sind die verachtetste Tierart in den USA und Mexico. Komm ja nicht rüber nach Deutschland, hörst du! Ich werde dir aber berichten, wie es hier zugeht, wenn einem das widerfährt, was du seit Jahrhunderten aushalten musst. Mexico und die USA sind weiße Gesellschaften, einst von Weißen errichtet und manifestiert - Blieskastel macht da keine Ausnahme. Vor ein paar Tagen sang ich mal wieder ein Loblied auf die große Französische Revolution, die in weiten Teilen in die amerikanische Verfassung eingeflossen ist - wo ist sie in Deutschland, in Blieskastel, geblieben?

Simon Bolivar Coyotero, bitte antworte mir! Auch wieder so eine verpönte Geste, diese Bittstellung eines alternden Reh- und Schafjägers, der ich bin - zwar bin ich alt, doch ein Bittsteller bin ich schon immer gewesen. Gehört zu meiner lahm gewordenen Natur. Ich tue mein Bestes.

2023-05-21

Phil Sutaio # singer-songwriter

Ein paar Erinnerungen gefällig?
Sieben Jahre isses her, dass ich eine eigene CD angekündigt habe, "Wer schützt uns vor dem Krähengespött?" - zwei Exemplare habe ich verkaufen können, meine zwei Lieblingsfrauen Blieskastels, die ich beide überaus schätze, hatten sie erstanden. Was mir überaus peinlich war, als ich das erfuhr.
Den Karton mit den  gefühlt fünfzig CDs habe ich noch in meiner Bude rumstehen. Heute habe ich ihn noch einmal durchgesehen, wollte das gesamte Konvolut in den Müll schmeißen. 

Woran liegt´s? 

Ich bin nie live aufgetreten, habe also kein Publikum, das mich verehrt, vergöttert und mir alles abkauft, was ich jemals für den Musikmarkt abgesondert habe.
Habe ich es mit dem Verkaufspreis übertrieben, waren 15 Euro zuviel für eine selbsterstellte Doppel-CD mit eigenem  Booklet? Also, eines weiss ich gewiss: mit der Promo (deutsch: Reklame für ein Produkt oder eine/n Künstler*in) übertrieb ich es nicht. Die war definitiv zu gering. Ich habe ein DIN A 4-Poster mit dem Cover der CD und meinem Portrait in einem Laden und einem bekannten Cafe aushängen lassen - keine Reaktion. 

Damals habe ich die CD aufm Flohmarkt verkaufen wollen, dito Reaktionen bzw. Flop!

Jetzt ein Sprung in die Fast-Gegenwart: 2022 nahm ich wieder auf, eigene Songs, mit eigenen Texten, weil die Zeichen günstig standen - sprich, die alte Schreibwut war wieder da, die Betonung liegt auf Wut. Die Songs kürzer, schlanker und wunderbar aus der Zeit gefallen, meiner Ansicht nach. Es sind nämlich ein paar Liebeslieder auf der CD, schon mal was davon gehört!? 

   L-i-e-b-e-s-l-i-e-d-e-r   !!

Und Lieder über den Überfall Putins auf die Ukraine, welches im Frühjahr 2022 mein Hauptthema darstellte, ich habe etliche Texte zum Ukrainekrieg geschrieben, nur einen Song davon habe ich auf "Keine Antwort" - so heisst die CD - genommen. Habe noch nicht einmal einen derartigen Song aus jener CD auf Soundcloud veröffentlicht. Woran es lag!?

Siehe weiter oben.  

... und ich erwähne auch nicht, dass eine Nachfolge-CD "AbschiedsSymphonie" betitelt in Arbeit ist. Und die schon ziemlich lange, aber das tut nichts zur Sache. Sie ist eine einzige Hommage an meine kranke Lebensgefährtin. Wann sie fertig sein wird, ist mir noch nicht so bekannt. Ich habe mindestens sechs Songs geschrieben, zwei sind als Demos - oder Gedächtnisstützen - bereits aufgenommen. Der Rest von insgesamt zwölf Songs wird auch das Tageslicht erblicken - noch in diesem Jahrhundert, versprochen!!!

Wer sich für meine CDs interessiert, der kann mir ja virtuell und realiter auf die Schulter tippen und mich anquatschen, ich verstehe deutsch. Ich bin ein Dichter/songwriter deutscher Zunge. Nicht übertrieben bekannt auf der Welt, aber ich will mich darum bemühen. Hab ja nochn bisschen Zeit.

There´s a change in the weather - there´s a change in me

Die Zeile aus J. J. Cale´s "Call Me The Breeze" ist mehr als prägnant für mich und die fortschreitenden Alterungsprozesse, denen ich derzeit ausgeliefert bin. Ich wandere zwar nicht durchs finstere und ausgetropfte Tränental des greisenhaften Mannes, den ich zu sein oder zu werden nie vorgegeben habe, die Wehwehchen sind unwiderruflich da und nicht wegzuignorieren. 

 Es ist aber auch bemerkenswert schön, auf der Straße und in den dürftigen Geschäften unserer Blies-Metropole ignoriert zu werden - nichts Neues, wurde bereits als ungewaschener Langhaariger in den Siebzigern übersehen. Damals hat es mich tierisch aufgeregt. Mittlerweile regt sich bloss die innere Uhr, sich auf die nächste Bank am großen Marktplatz zu setzen und die Sonnenstrahlen zu genießen. Es ist ein tolles Gefühl, für unsichtbar erklärt worden zu sein - von wem? Keine Ahnung, ich wars nicht. 

Nur eines möchte ich noch loswerden, ehe ich zu sehr langweile: Die Jahre laufen für mein Empfinden gleichförmig ab - wenn man weg vom Fenster ist, als Rentner*in (wow, ich habe zum allerersten Mal gegendert!), ist die Gleichförmigkeit ein tägliches Ritual, das in keiner Zeitung eine Kolumne bekäme.

Na dann, meine Kolumnen erscheinen ja auch in keiner Zeitung .....

 

2023-05-20

Apell an die Leser dieser Website -

Also gut, ich habe ein paar Leser - nicht die Masse, die Klasse macht es wahrscheinlich aus. Das zweitletzte Wort habe ich kursiv geschrieben, aus folgendem Grund:

  • Zu gerne möchte ich erfahren, ob ich Klasse hab oder ob mich überhaupt jemand versteht. Oder verstehen will - wer möchte mir einen oder mehrere Kommentare schreiben zu den Artikeln, die ich seit nunmehr zwölf Jahren veröffentliche!? Schreibt mir. Ich freue mich auf jede Reaktion, ob konstruktiv-kritisch oder Verriss, ich werd´s überleben in jedem Fall. 
  • Irgendwelche Ratschläge parat, was ich besser machen sollte?

 

2023-05-19

Feuer unterm Dach

            Sakramentzefix! Da ist mir doch der größte Fauxpas gelungen, der mir jemals untergekommen ist. Mein bliestalwölfisches Benehmen fruchtet auf einmal. Das lag nie in meiner Absicht, ehrli jezz.
Haue ich was über die Grünen Luschis raus, bin ich King of the road, schreibe ich was anderes - Funkstille, Ruhe im Karton, Ferner liefen wird überblättert, die Koksanstalt in Hinter-Tupfingen ist interessanter als der alte Haudegen aus der Stadt ....

Gar nichts davon ist wahr!

Habe heute ein Lob erhalten - was mich befleissigt, gleich wieder einen Post zu lancieren. Frisches Blut geleckt? Ja, frisches Blut auf der Straße gefunden, aufgeleckt, ein paar Steinchen wieder ausgespuckt, aber - es schmeckt wieder, und immer noch. Nur furchtbar nüchtern wars heute in der Stadt, keine Neonazis, keine Aliens, keine richtigen, waschechten Blieskasteler. Alles Fremde, wohin ich auch meine Pfoten setze und die Schnauze reinhalte, allenthalben Fremdheit, Coolness, weder Access zu irgendeinem Typen oder Typin, kein Exzess in den Vormittagskneipen. Mein absolutes Lieblingscafe hat zu, malhereusement, seit längerem schon. Was ist da los?

Zugegeben, heute war ich nicht in der Stimmung, zu schnüffeln und die kreuzbraven Bürger aufzuscheuchen mit meinen Reißzähnen und weiteren Neurosenapplikationen - vielleicht, wenn es wieder wärmer wird. Was ja ein Sommertag so mit sich bringt, mirnichtsdirnichts. Ich warte auf den Sommer, verdammt nochmal! Wo ist er? Wo bleibt er?
Hat ihn jemand gesehen? Mir frieren langsam die Krallen vorne und hinten ab, was in meinem Alter eigentlich schon von alleine geschieht. Zwar bin ich ein Nordwolf, der den Polarkreis zu seinem engsten Freundeskreis zählt, aber ich bin kein Welpe mehr, der liebend gern Feuer an die Tundra im Bliestal legt. Gichtanfälle wärmen zwar auch, aber sie passieren eben nur dann, wenn es kalt und feucht und schmerzhaft sein soll. 

Genug geheult. Jetzt wird wieder versprochen. Und wieder nichts gehalten.



 

 

2023-05-13

Öffentlichkeitsarbeit

Okay, da bin ich wieder - kann´s nicht lassen. Dreizehn Jahre geht das schon so, und eine Qualitätssteigerung ist nicht zu erkennen - ich bin der schlechteste Writer unter der Sonne des Bliestals. Vielleicht auch der einzige. Wir Grenzdeutschen/Saarländer haben´s nicht so mit dem Schreiben. Um uns herum ist es stille, das saarländische Gezeter hat die letzten Bewunderer unserer Landstriche vertrieben. Ich trage mein Scherflein dazu bei, dass es so bleibt.
Der Enthusiasmus ist einem Schweigen gewichen, wie es seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr zu hören war. Da findet womöglich eine Wiederholung statt, die sich gewaschen hat. Es unkt, Damen und Herren, es unkt gewaltig. Die Rede ist von Politik, respektive der politischen Entwicklung in diesem Land.

Wohin gehen die Parteien (ausgenommen die A--, die restlichen Buchstaben lasse ich aus, ihr wisst warum!*), die Ampeln stehen auf Rot, und keiner guckt hin. Die Ampeln stehen auf grün, und alle zücken ihre Totschläger, damit das Werk zu Ende gebracht werden kann. In Berlin wie in der dämlichsten Provinzklitsche. Ihr habt´s erraten, in der Blies-Metropole, meiner Heimatgemeinde. Ich vermeide absichtlich das Appendix "-gau", aus den altbekannten Gründen (siehe *).

Wer´s noch nicht weiß oder erraten hat - hier noch einmal zusammengefasst:
ich bin Demokrat.
Ehemals langhaarig, alternativ, linksstehend, rechts hassend, kritisch und selbstkritisch, ungerecht, versoffen, verfressen, sarkastisch-ironisch bis in die Steinzeit, demokratisch. Das wär´s fürs erste. Zurück zur Angelegenheit.

Und die Angelegenheit ist diese: alle Welt schimpft z. Zt. über die Grünen. Jawoll. Es gehört geradezu zum guten Ton, sich schlecht, mies und hämisch über diese Partei herzumachen. Eines möchte ich nur erinnern: als Wirtschaftsminister Habeck im vorigen September an die deutschen Bürger und die ebenfalls deutsche Industrie appellierte, im bevorstehenden Winter an Energiequellen wie Gas und Öl zu sparen, habe ich ihn beim Wort genommen.
Ich sparte Energie und habe mir fast den Arsch abgefroren im Dezember/Januar. Anyway, ich habe es überlebt. Jetzt, in diesem Mai, friere ich noch immer, wenn ich im Haus sitze, aber ich bin besser an die Kälte gewöhnt. Aber es verschaffte mir ein wenig Genugtuung, dass ich sparen konnte, meinen Beitrag leisten konnte, für die der Minister uns aufgefordert hat. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, das könnt ihr mir glauben. Verdammt, der Mann Habeck hat es ehrlich gemeint, als er uns dazu aufforderte, hat das jemand begriffen? Und da ist sie, die Crux, die ich meine. Es stand Ehrlichkeit gegen Ehrlichkeit.
Was ist daraus geworden?
Gehört es auf einmal zum guten Ton, über Grünen-Partei herzuziehen? Denkt niemand daran, wie schwer es in Krisenzeiten, hervorgerufen durch den Ukraine-Krieg, ist, einen europäischen Staat, Deutschland, durch diese Krise zu manövrieren? Bewundert/akzeptiert denn kein einziger Bürger die politische Arbeit der regierenden Verantwortlichen? Kritisieren kann man sie, muss man sie sogar, sie brauchen nicht zu denken, dass sie sich auf ihren Lorbeeren ausruhen dürfen, sie satirisch verhohnepiepeln, ja, bei aller Liebe - sie stehen nun mal auf dem Schild, auf den wir sie gehoben haben. Da hat man das auszuhalten.
Aber, sich negativ einschießen auf eine einzige Partei? Es sind drei an der Regierung, leider. Als glühender FDP-Hasser und anderer politischer Kräfte muss ich das sagen. Diese Partei ist ´ne schlechte Partie.
Zurück zu meinem Heimathafen.
Port Blieskastel, der Schnarchhafen
(Schnarchhafen = dort, wo keinerlei Piratensegler einlaufen, um Staub aufzuwirbeln, das wird bereits durch die dort ansässige Administration, egal, welcher Couleur, gründlichst besorgt)
des Saargebiets, verunglimpft neuerdings - ja, ihr habt´s erraten - die Grünen. Einstmals im Stadtrat mit den CDU-Leuten liiert, dies nur als kritischer Ansatzpunkt, werden Personen gemobbt, die dieser Partei angehören und - mit klugen Ideen aufwarten können. Anstatt Ideen in einem gemeinsam entwickelten Pool zu sammeln und darüber zu beratschlagen, wird sich hinter den Kulissen versammelt und gemeinsam ausgeheckt, was Schaden über diese Personen und über diese Partei bringen kann. Quod erat demonstrantum. Und habe ich das schon erwähnt, Port Blieskastel hat einen SPD-Bürgermeister! Verdammt, ich habe diese Partei 2021 gewählt. Wird mir nie wieder passieren, das schwöre ich.

Es lebe die Demokratie! Immer noch und immer wieder. Denken und leben wir demokratisch. Verhaften wir keine kritischen Gegner, erschießen wir sie. Nach guter alter demokratischer Tradition. Schlagen wir ihnen die Köpfe ab und präsentieren wir sie fünfundzwanzig Jahre lang aufgesteckt auf Spieße vor den Stadttoren der Blies Metropole. So ist allen geholfen. In Ewigkeit.

Wenn du möchtest, gib hier einen Kommentar ein:

2023-05-11

Freitags schnürt der Wolf


Freitagmorgen - wusstet ihr, dass es schon Wölfe im Saarland, respektive in Blieskastel, gibt!? Mindestens einer, das ist nicht übertrieben. Zwar ist er ziemlich mitgenommen vom letzten Coronawinter, doch seine Stadtwolf-Natur ist nicht kleinzukriegen.
Nun ist er wieder da, struppig, schütteres Fell an den Läufen, die Zähne blecken kann er zwar noch, nur zubeißen fällt ihm etwas schwer, ihm ist etwas abhanden gekommen, so scheint´s. 
Was fehlt ihm!?
Erratet ihr es nicht!?
Sein geliebtes Feindbild ist ihm abhanden gekommen, wahrscheinlich ist es gestohlen worden. Im Grunde keine Schande, friedlich lebt sich´s sicherlich besser, doch es gehörte nun einmal zu seinem Stadtwolf-Profil, jeden anzubeißen, der seinen Senf dazu geben will, dort, wo es anfängt, gefährlich zu stinken. Und in der Vergangenheit hat es an etlichen Ecken und Winkeln gest.....* - naja, am vergangenen Freitag roch nichts schlecht, es war ein heiterer Morgen, halb frisch, halb warm, ein Frühlingstag wie vor funfundfünfzig Jahren. Sein Wolfsherz wurde reichlich bedacht mit Sauerstoff, Dieselmief und - Fremdheit .......... Ja, Sie haben richtig gelesen. Keine Feinde mehr - keine Heimeligkeit, weder Vertrautheit noch Beschaulichkeit, was ist geschehen?
Nun, zu seinen verinnerlichten Merkmalen gehört sicherlich die angeborene Scheu vor den Menschen, aber ein Stadttier macht nun einmal Ausnahmen, er ist an Wolkenkratzer und Marktplätze gewöhnt, sonst wäre er kein Stadttier. Aber die scheinen neuerdings was gegen seine selten gewordenen Besuche und Streifzüge zu haben. Wo früher die Fetzen flogen, der Pulverdampf sich tagelang hielt in den Gassen, von den vielen Duellen, die auf offener Straße ausgetragen wurden, ist heute, ja, Sie haben richtig geraten, Gras gewachsen. Weit gefehlt, dass sich die Kiffer darüber freuen - das Gras ist richtiges Grasgewächs, Pionierpflanze, keine halluzinogene Ausweiche. 
Pech. 
Und es scheint noch weiter wachsen und sich ausbreiten zu wollen. Diesem biologischen Phänomen noch eins draufzusetzen, sollte es andererseits zusätzlich auf einer gewiss interessanten Metaebene betrachtet werden. Und da, genau da, an diesem Punkt wird es politisch - die Grünen, das grüne Gras hat seine Meta-Metapher!
DIE Grünen! Die Feinde des aufrecht und stramm blickenden Rückwärts-Janus-einäugig-hörigen Taubstummen, Viel-Fleischfressers, Müslihassers, Müll-am-Sonntag-Sortierers. Feindbilder kennt der Stadtwolf zur Genüge, in Fantasie und Ironie, in guten und in schlechten Zeiten. 
Mit Verlaub, es sind heuer schlechte Zeiten, wir haben nichts anderes. Und wir wollen uns doch nicht anpassen, das steht uns doch nicht zu, oder!?
Und mit Altruismus wollen wir schon gar nichts zu tun haben! Wir sind ja nicht katholisch, sondern alkoholisch. Und sollten wir alkalisch werden, dann ist die Blies vollkommen ausgetrocknet. 
Wohlgemerkt, das ist kein Feindbild des Wolfs, der hat nur einen Feind, den Menschen. Dieser rückt ihm allzu gerne aufn Pelz. Wie gut, dass es Stadtwölfe gibt, die das Gras mähen, aus Leidenschaft ......

____________________________
* Wiederholungen fäkalischen Charakters sollten tunlichst vermieden werden

2022-12-26

Sehr einsam

Dieses Gedicht widme ich den Menschen, die an Weihnachten (das Fest der Liebe) einsam sind. Ich hoffe, die Nicht-so-Einsamen verstehen es auch):

 

Sehr einsam

Es heisst, sehr einsam ist der Tod,
weil er keine Liebste hat. Ich weiß,
wie er sich fühlt.
Es heisst, seine Frau wäre vor
Kummer gestorben, da sie zu lange
auf ihn gewartet hat.

Mit seinen Flügeln kann er weit reisen,
erreicht jeden Menschen und seinen Verstand.
Er kennt weder Grenzen noch Zeichen
an, überwindet jede Grenze im hiesigen Land.

Es heisst, einsam ist der Mensch,
wenn er keinen Gefährten hat.
Versäumte er, darum zu bitten,
dass ein Freundeskreis sich um ihn schart?

Oder ist es nur eine Phrase?!
Der Wunsch ist eine Sense, die
auf den Schnitter wartet im Gras -
das Gras wird geschnitten, ohne Unterlaß.

Wie sicher mögen die Zeiten sein,
da man vergeblich sucht, was
für sich finden will?
So enden die letzten Tage.



2022-12-14

Morgenkühle, Abendkühle - ridikül

Der Ozean lacht - im Gelächter der Brandung stranden die Kirchenschiffe. 

Bei einem Todkranken mag der Atem stoßweise gehen - das Hohngelächter treibt auf dem  Fließband der Eingebung. Es handelt sich um die Eleganz der Arroganz. In der Wortwahl und Artikulation liegt der Hund begraben. Dafür muss man nicht krank sein.

Das sind keine Zitate aus dem Buch "Leitfaden für Zyniker" - sie stammen aus meinem eigenen Erfahrungsschatz. Na gut, bei dem Wort <Todkranker> habe ich ein wenig übertrieben.

Dieser einleitende Abschnitt hätte gut in eine Autobiografie gepasst. Dem ist aber nicht so. Wer interessiert sich schon für die schrottige Lebensgeschichte eines Typen, den man zeitlebens verächtlich angesehen und wegen seiner izu offensichtlichen Schwachheiten verspottet hat!? Aufregend unterhalb der Unterhaltung ist es allemal. Verhöhnen, verspotten, Demütigung - sie erlauben keine Verteidigung, geschweige denn einen Verteidiger vor dem Selbstgerechtigkeits-Gericht. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, wenn´s genehm ....

Und Demütigungen sind immer unangenehm.

Frauen und Kinder zuerst heißt es in der Seenotverordnung. Es gilt genauso gravierend zutreffend in der Gesellschaft. Für die Spötter wie für die Geschädigten. Ist es schön und befriedigend für Leib, Seele und Gemüt, verhöhnt und niedergemacht, zur Strafe gemaßregelt zu werden? Dies ist keine rhetorische Frage, sie verlangt, ja, schreit geradezu nach einer Antwort.

Sollte diese Frage neuen Spott heraufbeschwören, werde ich antworten: Gefangene werden nicht gemacht! Ich spotte zurück. Keine Gnade den Gnadenlosen! Ich kenne keine Abend- oder Morgenkühle, ich kenne nur noch Ridiküle!!!!

Meine Güte, mir kommt das Mittagessen von morgen und übermorgen hoch, wenn ich daran denke, wie mich Heimtücke, gepaart mit Hohn, treffen kann. So gesehen von der Kindheit an aufwärts, eine nette Begleiterin habe ich mir da angelacht! Ich kriege sie nicht los, auch durch diese ungehaltene Rede eines ungehaltenen Geschädigten nicht. 

Aber ich weiß einen Ausweg.

Ich handele wie dieser Inuit aus dem hohen arktischen Norden: ich setze mich auf den Boden, lasse meine Haare wirr ins Gesicht fallen und fange an zu lachen, zu lachen und zu lachen.

Das ist für alle, die´s betrifft, gut und wichtig. 

Lacht, soviel ihr nur könnt, lacht euch tot. Ich werde euch nicht betrauern.

2022-12-13

Einhundertvierundvierzig Vorworte - ein paar poetische Nachtgedanken

Präambel
Diese einleitenden Texte sind für fiktive, umfangreichere Arbeiten meinerseits gedacht -
es wird sie in ihrer ausführlicheren Form nie geben.
Also nehmt mit diesen Vorwörtern vorlieb

Ein Halleluja für die Stadt,
die so viel zu bieten hat
jenem Zeitgenossen, der seit Geburt
nicht viel dazu gelernt hat,
als was er vorgesetzt bekommt,
biederen Fraß, wofür man ihn prompt
belohnt, wenn er nur still das tut, was man ihm sagt.
Singt ein Halleluja für diese Stadt.

Ich sing ein Lob auf diese Stadt,
die solche Bürgerinnen hat,
die, wohlgeformt und wohlgemut, dem willentlich dienen,
der um Gehorsam nicht einmal bat.
Sondern seinen Willen als Gesetz ansieht, bei allem,
was in dieser Stadt geschieht.
und diese Bürgerin ist sehr wohl besorgt
um ihr Wohl, sie hat gleich doppelte Moral geborgt.


Der vierundzwanzigste Tag des Dezember

Der Stadtwolf rät allen Nostalgikern: Feiert keine Weihnacht! Feiert nur den 24. Dezember, weil er nach dem 23. kommt und vor dem 25. und 26. steht. Feiert lieber den 21. Dezember, da steckt die längste Nacht des Jahres drin. Danach geht´s mit den Lichterhältnissen wieder aufwärts, jeden Tag ein bißchen.
Haben Götter mit ihrem Heilversprechen und den Lichter-Melodien jemals euch Menschen etwas Erhellendes darbringen können!? Langsam lichtet sich der Haufen der Gläubigen, die so sehr stark und innig Christenmenschen sein wollen. Das ist das einzig Gute in diesen Zeiten, möchte ich behaupten. 

Christen sind barmherzig, empathisch, respektvoll, verzeihend und gütig, das solltet ihr nicht vergessen. Und altruistisch, wohlgemerkt. Denkt daran .......

Ihr denkt im Traum nicht daran, stimmt´s!?

Liebe Heuchler, verscheuert eure SUVs, eure privaten Yachten im Mittelmeer und auf dem Losheimer See, verscherbelt eure Nebenfrauen auf dem Sklavenmarkt in Taschkent, spendet den Erlös an bedürftige Hungerleider, wie man sie nostalgisch nennt. Entlasst euere Dorf-Pfarrer, schmeisst die letzten Mönche und Mönchinnen auf die Straße und verdammt sie zu dreißig Jahren Bettelmönch-Dasein in orangefarbenen Gewändern, nicht diesem Pinguin-Aufzug. Es bedeutert ihre einzig wahre Berufung für diese Beamten des heiligen Bürokratius. Und DEN könnt ihr gleich mit verdammen ......