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2024-02-06

Die bösartigste Berichterstattung der Welt

Was ist los, warum bin ich so unbeliebt in dieser Stadt? Blieskastel ist mimosisch veranlagt. Übersinnlich empfindlich - nicht empfindsam -  jedes Wort, geschrieben oder gesprochen, wiegt einhundert Zentner oder mehr. Und das Gesagte wird noch dreimal durch den Wolf gedreht - ha ha, habe ich gar nicht gemerkt. Wird man davon satt!?
Seht mich an, ich habe schon bessere Tage sehen dürfen, ich hatte schon mal mehr Schmalz auf der Hüfte. Macht mir aber nicht viel aus, wenn die Knochen rappeln bei jeder Bewegungsgelegenheit, macht das einiges mehr an Lärm aus. Und für diesen bin ich wahrlich zu haben. Blieskastel bräuchte auch mehr davon. Doch Schlafmützen wollen partout nicht gestört werden.
Vielleicht bin ich deswegen so unbeliebt.
Meine Visage ist ein Schwarz-Weiß-Foto. Immer und überall, Menschen mögen keine monochromen Sachen, ich schon.
Vorigen Montag - 5. feb - streunte ich wieder durch die City. Hatte natürlich ein paar Erwartungen in meinen Gehirnwindungen, sie sollte es eigentlich nicht geben, doch sie waren da.
Kurz und klar ausgedrückt: nichts, nicht die Bohne, nada hat sich geändert innerhalb dieser Mauern. Es lebe die Langeweile! Wenn nichts geschieht, dann passiert auch nix. 
Aber, was soll hier denn noch geschehen!?
Schlurfe ich über den Parkplatz am idyllisch gelegenen Rathaus und schlürfe anschließend meinen geliebten Cafe Creme in meinem neuerdings wieder anerkannten Lieblings-Cafe - traurig und resignierend. Habe mein Wanderoutfit dabei, so dass man mich leicht erkennen kann, aber Fehlanzeige! Der Rucksack schlenkert seine losen Gurte, mein italienischer Stetson schützt mich vor allzu neugierigen Blicken - die es nicht gibt. Falle dennoch auf, aber anders, wie ich es erhoffte. Bin kurz davor, für einen Bettler gehalten zu werden - bin ich ja auch, ich bettele darum, dass endlich irgendwelche Bürger aufstehen und ihre Meinung herausbrüllen! 
Ein winzig kleiner Trost: zwei Tische weiter sitzt ein alteingesessener Blieskasteler, den ich weitgehend ignoriere. Ist das ein Widerspruch in sich!? Er sieht mich ja nicht, wie es von mir gewohnt ist seit Jahren. Dann, ganz am Ende meines dortigen Aufenthaltes, wagt er sich doch hervor und wechselt ein paar Worte mit mir. 
Mit einigem Widerwillen antworte ich ihm. War es nur ein launiger Spuk am Montagvormittag? Ich lasse meine Antwort auf diese Frage zurück in dem Cafe. Ist auch besser so, der heutige Montag vergeht auf diese Weise.
 
 Später lande ich an der ungeliebten Bushaltestelle. Aber ein Gutes hat sie: es sind hier zahlreiche Leute, die auf ihren Bus warten, allesamt Menschen von außerhalb - und überwiegend junge Leute, Schüler meist. Hier fühle ich mich am wohlsten, unter jungen Leuten, weil sie in mir den Wanderer, den Streuner, den Observierer erkennen. Niemand redet mit mir. Meine wölfischen Augen unter dem Hut sind glühende kleine Kohlen, die nie ausgehen. `Da kommt noch was´, wollen sie sagen. Da kommt noch was, ich bin noch nicht am Ende .... Ja, stimmt - da kommt endlich mein Bus, ca. sieben Minuten zu spät. Käme er nicht aus Homburg, würde ich behaupten, er wäre ein waschechter Blieskastel-Bus. Wie man sich doch irren kann ....

2023-11-29

Warum traurig sein!?

Warum traurig sein, die Freude bleibt trotzdem aus!?

   Neuerdings bin ich des öfteren am blk Busbahnhof zugange, dem Nadelöhr blieskastlerischer Weltoffenheit - nicht ganz freiwillig, meine zunehmend betagter werdende gesundheit zwingt mich dazu, da hinzugehen, mit den teils unfreundlichen, teils zuvorkommenden Busfahrern zu plaudern, um von A nach B zu kommen.
Unter anderem, aber über das "andere" möchte ich nicht sprechen. Ich sehe es gern, wenn sich etwas ändert, ver-ändert, die Gestalt wechselt. Neuer Wein in alten ..... - ach, was! Alte Floskeln sind nicht totzukriegen, das hat man nun von der eigenen Sprache, dass sie sich schlecht ändert. Sogar das Schlechte in unserer derzeitigen Lage in Deutschland/Euro-Land ändert sich schlecht. So dachte man früher einmal über den Begriff "Fortschritt" nach. Ist mittlerweile auch überholt.
Nur der Personalbestand am blk Busbahnhof ändert sich, mählich, aber immerhin .....  Ich bemerke etwas Besonderes - die Klassifizierung der verschiedenen Gruppen veränderte sich, im wahrsten Sinne geografisch - mikrogeografisch sozusagen: Hier der so genannte Bodensatz in der Bevölkerung, sprich: Leute, die keinen anderen Ausweg und/oder Ort wissen, wo sie sich unterhalten und betrinken sollen. Da die verschiedenartigsten Zuwanderer oder deren jugendlichen Nachkommen, die Mehrzahl derer, die noch keinen Führerschein geschweige denn ein Fahrzeug besitzen.
Mit dem selbstgewählten Begriff "Bodensatz" will ich auf keinen Fall bestimmte Leute  diskreditieren, geschweige denn, diskriminieren - damit meine ich bestimmte Bevölkerungsgruppen, die noch vor wenigen Jahren sich keineswegs schämten, auf dem blanken Boden oder Mauervorsprüngen zu sitzen, mitten in dieser kultivierten Stadtlandschaft, und auf irgendetwas gewartet haben. Was deren Wartezeit, genauer betrachtet, bedingt haben mag, sei dahingestellt.  Stadtwölfe sind nur neugierig, wenn es etwas zu essen gibt.
Es gibt auch einen Kiosk, der überwiegend Getränke verkauft. 

Der Stadtwolf trinkt nicht mehr - nur Wasser aus Pfützen, wenn´s geregnet hat. Er frisst weniger Fleisch, denn er ist daran gewöhnt, frisch gerissene Nahrungsteile zu sich zu nehmen, im Gegensatz zu dem abgestandenen Aas, das für gewöhnlich in den Discounterzentren angeboten wird - und Menschenmassen geht er vorsichtig äugend aus dem Weg. Denn es sind raue Gesellen unterwegs, die einem alternden Raubtier liebend gern auf den Schwanz treten wollen, aus reiner Boshaftigkeit, versteht sich.
Es ist ein falsches Paradoxon, wollte ich behaupten, zu früheren Zeiten mit Vorliebe ganz bestimmten blieskasteler Honoratioren auf den Schlips getreten zu haben. Dennoch, es ist noch lange nicht vorbei!


2023-11-18

Einmal müde werden

Einmal müde werden (ist nicht schwer)

 

Einmal müde werden

 

Wer möchte das nicht, die Stiefel ausziehen, die einem den ganzen Tag geleckt worden sind, in die Puschen steigen und der Alten einen heftigen Klaps geben, dass sie in die Ecke fliegt und sich nicht mehr regt ....! Es wäre doch zu schön. Des Spießers Wunderwaffe zieht nicht mehr, meine Herren. Die Menschen in diesem Landstrich sollten sich auf was anderes besinnen. Sollten sie das jemals beherrschen, würde ich mich freuen, in meinem Fuchsbau aus grauem Kiefernholz still bleiben und meine Pfoten einfetten, weil der Winter kommt. 

Aber eines ist sicher, meine Herren und Damen. Die Wölfe werden kommen, und sie werden aufhören, still zu sein. Sie werden ordentlich Krach machen, damit es Krach bleibt. Obwohl es wahrlich nicht so ausschaut, zugegeben ..... Es ist Tarnung, reine Beobachtungsgabe. Der Notar der Wildnis, die angeblich gezähmt worden ist durch Menschenhand.

´Spotte du nur!´, wird es heißen. Dir wird schon noch die gute Laune vergehen´.

Meine gute Laune ist längst dahin, ich weiß gar nicht, was ihr habt ....!  Den Schwanz werde ich deswegen keineswegs einziehen, vor euch nicht, vor dem Winter nicht. 

Vor wem dann?

 

 

Was mit einer Verletzung einhergeht

 Ich will nicht verletzt sein.

 

 Ich will nicht verletzt sein. Das Rudel Wölfe, das im Saarland erwartet wird, bleibt aus. Lohnt sich das Warten!? Igitt.

Meine Wünsche, die 100.000e von 2014/15, wo sind die abgeblieben? Hat meine Flaschenpost keiner gefunden, da draußen, na!?

Mein stiller Zorn auf die Gleichgültigkeit, wo habe ich ihn nur gelassen? Ist das schon die Demenz? Hallo?

Mit wem spreche ich? Nur mit mir, sonst ist niemand ansprechbar. Ich kriege den Hammer aufn Kopp, wenn ich den Mund aufmache. Also, schlagt zu, Freunde, es lebe das Gegenargument! Kennt ihr die Comedy-Serie "Alles unter einem Dach"? Sie läuft mal wieder auf Nitro derzeit. Da gibts einen notorischen Deppen namens Steve - ungeliebt, hässlich, albern, geschmacklos und immer hinter einem bestimmten Weiberrock her.
Dabei mag ich keinen Rock, I dig Jazz!!!!

´Ne wölfische Seele habe ich nicht, ich habe überhaupt keine. Das ist beruhigend, wenn man bedenkt, dass Wölfe mitten unter den Menschen leben, die nur lieben, was sie selber erlegen können. Also verschonen sie mich. Leicht dahingesagt, schließlich habe ich mit diesem Mythos die ganze Zeit meines Bliestaldaseins überlebt. Indem ich mich tarne. Menschen wittern keine Tiere, wenn diese nicht von ihrer gleichen Art sind: stur, stur und stur.
Das zeichnet ihre Ausgeglichenheit und Ignoranz aus. In großem Stil und jeglichem menschlichen Maßstab - hinter blauen Fenstern verstecken sich keine Pastellkreiden, wohlgemerkt. Kreide habe ich nie gefressen. Mein Kollege aus "Rotkäppchen" war ja auch böse. Hätt´ er lieber mal der jungen Maid den Sekt weggesoffen, wäre er viel entspannter dahergekommen!

 Was besitze ich dann, wenn´s keine christeneinheitliche Einheitsnorm von mir gibt!? Ein grauschwarzes, räudiges Fell, riecht ´n bisschen muffig, kann sich aber noch sehen lassen - trübwässerige Jägeräuglein, mit abnehmender Sehkraft behaftet, graue Barthaare, die vor Jahren mal für attraktiv gehalten wurden, meiner Treu! Wie naiv sind Menschen!, die so etwas behaupten? Ich stehe daneben und lache mir die Schweifhaare kraus. Die meisten sind eh´ schon abgefallen .... ´s ist nun mal Herbst im Jahr, da fällt vieles aus. 

Ach ja, eh´ ich´s vergesse: der Asphalt, auf dem ich mich meistens bewege, ist ebenfalls von dunkelgrauer Farbe, erst recht, wenn´s regnet. Schöne Einfalt der Buntheit. Passt irgendwie hierher, Dorf, Städtchen, in Gesichtern von Blk-Promis, wenn sie an mir vorüberhasten - hastu-nich-gesehen-! - seitdem ich wieder gut laufen kann, fällt mir das Gehen nicht mehr so schwer. Ich wurde noch einmal gerettet, Wölfe haben auch mehrere Leben, so an die zweihundert, denke ich. Das müssen sie auch haben, bei der geringen Zahl, die es im Saarland von ihnen gibt, müssen sie sich irgendwie ausgleichen und ergänzen! Also, folx, wir werden immer lästig bleiben, auch wenn wir nur ein paar Exemplare hier sind. Gibt es noch ´nen weiteren Stadtwolf? Vielleicht in Homburg oder Zweibrücken? Es würde mich entzücken!

2023-05-19

Feuer unterm Dach

            Sakramentzefix! Da ist mir doch der größte Fauxpas gelungen, der mir jemals untergekommen ist. Mein bliestalwölfisches Benehmen fruchtet auf einmal. Das lag nie in meiner Absicht, ehrli jezz.
Haue ich was über die Grünen Luschis raus, bin ich King of the road, schreibe ich was anderes - Funkstille, Ruhe im Karton, Ferner liefen wird überblättert, die Koksanstalt in Hinter-Tupfingen ist interessanter als der alte Haudegen aus der Stadt ....

Gar nichts davon ist wahr!

Habe heute ein Lob erhalten - was mich befleissigt, gleich wieder einen Post zu lancieren. Frisches Blut geleckt? Ja, frisches Blut auf der Straße gefunden, aufgeleckt, ein paar Steinchen wieder ausgespuckt, aber - es schmeckt wieder, und immer noch. Nur furchtbar nüchtern wars heute in der Stadt, keine Neonazis, keine Aliens, keine richtigen, waschechten Blieskasteler. Alles Fremde, wohin ich auch meine Pfoten setze und die Schnauze reinhalte, allenthalben Fremdheit, Coolness, weder Access zu irgendeinem Typen oder Typin, kein Exzess in den Vormittagskneipen. Mein absolutes Lieblingscafe hat zu, malhereusement, seit längerem schon. Was ist da los?

Zugegeben, heute war ich nicht in der Stimmung, zu schnüffeln und die kreuzbraven Bürger aufzuscheuchen mit meinen Reißzähnen und weiteren Neurosenapplikationen - vielleicht, wenn es wieder wärmer wird. Was ja ein Sommertag so mit sich bringt, mirnichtsdirnichts. Ich warte auf den Sommer, verdammt nochmal! Wo ist er? Wo bleibt er?
Hat ihn jemand gesehen? Mir frieren langsam die Krallen vorne und hinten ab, was in meinem Alter eigentlich schon von alleine geschieht. Zwar bin ich ein Nordwolf, der den Polarkreis zu seinem engsten Freundeskreis zählt, aber ich bin kein Welpe mehr, der liebend gern Feuer an die Tundra im Bliestal legt. Gichtanfälle wärmen zwar auch, aber sie passieren eben nur dann, wenn es kalt und feucht und schmerzhaft sein soll. 

Genug geheult. Jetzt wird wieder versprochen. Und wieder nichts gehalten.



 

 

2023-05-13

Öffentlichkeitsarbeit

Okay, da bin ich wieder - kann´s nicht lassen. Dreizehn Jahre geht das schon so, und eine Qualitätssteigerung ist nicht zu erkennen - ich bin der schlechteste Writer unter der Sonne des Bliestals. Vielleicht auch der einzige. Wir Grenzdeutschen/Saarländer haben´s nicht so mit dem Schreiben. Um uns herum ist es stille, das saarländische Gezeter hat die letzten Bewunderer unserer Landstriche vertrieben. Ich trage mein Scherflein dazu bei, dass es so bleibt.
Der Enthusiasmus ist einem Schweigen gewichen, wie es seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr zu hören war. Da findet womöglich eine Wiederholung statt, die sich gewaschen hat. Es unkt, Damen und Herren, es unkt gewaltig. Die Rede ist von Politik, respektive der politischen Entwicklung in diesem Land.

Wohin gehen die Parteien (ausgenommen die A--, die restlichen Buchstaben lasse ich aus, ihr wisst warum!*), die Ampeln stehen auf Rot, und keiner guckt hin. Die Ampeln stehen auf grün, und alle zücken ihre Totschläger, damit das Werk zu Ende gebracht werden kann. In Berlin wie in der dämlichsten Provinzklitsche. Ihr habt´s erraten, in der Blies-Metropole, meiner Heimatgemeinde. Ich vermeide absichtlich das Appendix "-gau", aus den altbekannten Gründen (siehe *).

Wer´s noch nicht weiß oder erraten hat - hier noch einmal zusammengefasst:
ich bin Demokrat.
Ehemals langhaarig, alternativ, linksstehend, rechts hassend, kritisch und selbstkritisch, ungerecht, versoffen, verfressen, sarkastisch-ironisch bis in die Steinzeit, demokratisch. Das wär´s fürs erste. Zurück zur Angelegenheit.

Und die Angelegenheit ist diese: alle Welt schimpft z. Zt. über die Grünen. Jawoll. Es gehört geradezu zum guten Ton, sich schlecht, mies und hämisch über diese Partei herzumachen. Eines möchte ich nur erinnern: als Wirtschaftsminister Habeck im vorigen September an die deutschen Bürger und die ebenfalls deutsche Industrie appellierte, im bevorstehenden Winter an Energiequellen wie Gas und Öl zu sparen, habe ich ihn beim Wort genommen.
Ich sparte Energie und habe mir fast den Arsch abgefroren im Dezember/Januar. Anyway, ich habe es überlebt. Jetzt, in diesem Mai, friere ich noch immer, wenn ich im Haus sitze, aber ich bin besser an die Kälte gewöhnt. Aber es verschaffte mir ein wenig Genugtuung, dass ich sparen konnte, meinen Beitrag leisten konnte, für die der Minister uns aufgefordert hat. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, das könnt ihr mir glauben. Verdammt, der Mann Habeck hat es ehrlich gemeint, als er uns dazu aufforderte, hat das jemand begriffen? Und da ist sie, die Crux, die ich meine. Es stand Ehrlichkeit gegen Ehrlichkeit.
Was ist daraus geworden?
Gehört es auf einmal zum guten Ton, über Grünen-Partei herzuziehen? Denkt niemand daran, wie schwer es in Krisenzeiten, hervorgerufen durch den Ukraine-Krieg, ist, einen europäischen Staat, Deutschland, durch diese Krise zu manövrieren? Bewundert/akzeptiert denn kein einziger Bürger die politische Arbeit der regierenden Verantwortlichen? Kritisieren kann man sie, muss man sie sogar, sie brauchen nicht zu denken, dass sie sich auf ihren Lorbeeren ausruhen dürfen, sie satirisch verhohnepiepeln, ja, bei aller Liebe - sie stehen nun mal auf dem Schild, auf den wir sie gehoben haben. Da hat man das auszuhalten.
Aber, sich negativ einschießen auf eine einzige Partei? Es sind drei an der Regierung, leider. Als glühender FDP-Hasser und anderer politischer Kräfte muss ich das sagen. Diese Partei ist ´ne schlechte Partie.
Zurück zu meinem Heimathafen.
Port Blieskastel, der Schnarchhafen
(Schnarchhafen = dort, wo keinerlei Piratensegler einlaufen, um Staub aufzuwirbeln, das wird bereits durch die dort ansässige Administration, egal, welcher Couleur, gründlichst besorgt)
des Saargebiets, verunglimpft neuerdings - ja, ihr habt´s erraten - die Grünen. Einstmals im Stadtrat mit den CDU-Leuten liiert, dies nur als kritischer Ansatzpunkt, werden Personen gemobbt, die dieser Partei angehören und - mit klugen Ideen aufwarten können. Anstatt Ideen in einem gemeinsam entwickelten Pool zu sammeln und darüber zu beratschlagen, wird sich hinter den Kulissen versammelt und gemeinsam ausgeheckt, was Schaden über diese Personen und über diese Partei bringen kann. Quod erat demonstrantum. Und habe ich das schon erwähnt, Port Blieskastel hat einen SPD-Bürgermeister! Verdammt, ich habe diese Partei 2021 gewählt. Wird mir nie wieder passieren, das schwöre ich.

Es lebe die Demokratie! Immer noch und immer wieder. Denken und leben wir demokratisch. Verhaften wir keine kritischen Gegner, erschießen wir sie. Nach guter alter demokratischer Tradition. Schlagen wir ihnen die Köpfe ab und präsentieren wir sie fünfundzwanzig Jahre lang aufgesteckt auf Spieße vor den Stadttoren der Blies Metropole. So ist allen geholfen. In Ewigkeit.

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2023-05-11

Freitags schnürt der Wolf


Freitagmorgen - wusstet ihr, dass es schon Wölfe im Saarland, respektive in Blieskastel, gibt!? Mindestens einer, das ist nicht übertrieben. Zwar ist er ziemlich mitgenommen vom letzten Coronawinter, doch seine Stadtwolf-Natur ist nicht kleinzukriegen.
Nun ist er wieder da, struppig, schütteres Fell an den Läufen, die Zähne blecken kann er zwar noch, nur zubeißen fällt ihm etwas schwer, ihm ist etwas abhanden gekommen, so scheint´s. 
Was fehlt ihm!?
Erratet ihr es nicht!?
Sein geliebtes Feindbild ist ihm abhanden gekommen, wahrscheinlich ist es gestohlen worden. Im Grunde keine Schande, friedlich lebt sich´s sicherlich besser, doch es gehörte nun einmal zu seinem Stadtwolf-Profil, jeden anzubeißen, der seinen Senf dazu geben will, dort, wo es anfängt, gefährlich zu stinken. Und in der Vergangenheit hat es an etlichen Ecken und Winkeln gest.....* - naja, am vergangenen Freitag roch nichts schlecht, es war ein heiterer Morgen, halb frisch, halb warm, ein Frühlingstag wie vor funfundfünfzig Jahren. Sein Wolfsherz wurde reichlich bedacht mit Sauerstoff, Dieselmief und - Fremdheit .......... Ja, Sie haben richtig gelesen. Keine Feinde mehr - keine Heimeligkeit, weder Vertrautheit noch Beschaulichkeit, was ist geschehen?
Nun, zu seinen verinnerlichten Merkmalen gehört sicherlich die angeborene Scheu vor den Menschen, aber ein Stadttier macht nun einmal Ausnahmen, er ist an Wolkenkratzer und Marktplätze gewöhnt, sonst wäre er kein Stadttier. Aber die scheinen neuerdings was gegen seine selten gewordenen Besuche und Streifzüge zu haben. Wo früher die Fetzen flogen, der Pulverdampf sich tagelang hielt in den Gassen, von den vielen Duellen, die auf offener Straße ausgetragen wurden, ist heute, ja, Sie haben richtig geraten, Gras gewachsen. Weit gefehlt, dass sich die Kiffer darüber freuen - das Gras ist richtiges Grasgewächs, Pionierpflanze, keine halluzinogene Ausweiche. 
Pech. 
Und es scheint noch weiter wachsen und sich ausbreiten zu wollen. Diesem biologischen Phänomen noch eins draufzusetzen, sollte es andererseits zusätzlich auf einer gewiss interessanten Metaebene betrachtet werden. Und da, genau da, an diesem Punkt wird es politisch - die Grünen, das grüne Gras hat seine Meta-Metapher!
DIE Grünen! Die Feinde des aufrecht und stramm blickenden Rückwärts-Janus-einäugig-hörigen Taubstummen, Viel-Fleischfressers, Müslihassers, Müll-am-Sonntag-Sortierers. Feindbilder kennt der Stadtwolf zur Genüge, in Fantasie und Ironie, in guten und in schlechten Zeiten. 
Mit Verlaub, es sind heuer schlechte Zeiten, wir haben nichts anderes. Und wir wollen uns doch nicht anpassen, das steht uns doch nicht zu, oder!?
Und mit Altruismus wollen wir schon gar nichts zu tun haben! Wir sind ja nicht katholisch, sondern alkoholisch. Und sollten wir alkalisch werden, dann ist die Blies vollkommen ausgetrocknet. 
Wohlgemerkt, das ist kein Feindbild des Wolfs, der hat nur einen Feind, den Menschen. Dieser rückt ihm allzu gerne aufn Pelz. Wie gut, dass es Stadtwölfe gibt, die das Gras mähen, aus Leidenschaft ......

____________________________
* Wiederholungen fäkalischen Charakters sollten tunlichst vermieden werden

2022-12-13

Der vierundzwanzigste Tag des Dezember

Der Stadtwolf rät allen Nostalgikern: Feiert keine Weihnacht! Feiert nur den 24. Dezember, weil er nach dem 23. kommt und vor dem 25. und 26. steht. Feiert lieber den 21. Dezember, da steckt die längste Nacht des Jahres drin. Danach geht´s mit den Lichterhältnissen wieder aufwärts, jeden Tag ein bißchen.
Haben Götter mit ihrem Heilversprechen und den Lichter-Melodien jemals euch Menschen etwas Erhellendes darbringen können!? Langsam lichtet sich der Haufen der Gläubigen, die so sehr stark und innig Christenmenschen sein wollen. Das ist das einzig Gute in diesen Zeiten, möchte ich behaupten. 

Christen sind barmherzig, empathisch, respektvoll, verzeihend und gütig, das solltet ihr nicht vergessen. Und altruistisch, wohlgemerkt. Denkt daran .......

Ihr denkt im Traum nicht daran, stimmt´s!?

Liebe Heuchler, verscheuert eure SUVs, eure privaten Yachten im Mittelmeer und auf dem Losheimer See, verscherbelt eure Nebenfrauen auf dem Sklavenmarkt in Taschkent, spendet den Erlös an bedürftige Hungerleider, wie man sie nostalgisch nennt. Entlasst euere Dorf-Pfarrer, schmeisst die letzten Mönche und Mönchinnen auf die Straße und verdammt sie zu dreißig Jahren Bettelmönch-Dasein in orangefarbenen Gewändern, nicht diesem Pinguin-Aufzug. Es bedeutert ihre einzig wahre Berufung für diese Beamten des heiligen Bürokratius. Und DEN könnt ihr gleich mit verdammen ......


2022-12-12

Leicht geändertes Lebensgefühl des Blieskasteler Stadtwolfs

Stadtwölfe gehen nicht in Pension - dagegen wehre ich mich vehement!!! Und neuerdings habe ich sogar einen Namen (ungetauft allerdings). Von heute an - 12. Dezember 2022 - heiße ich Alexis Lupus Hundemith - damit ihr es wißt ...... man darf mich dennoch weiterhin "Stadtwolf" nennen. Oder: Der mit den Langweilern kämpft.
Seit voriger Woche bin ich zweimal regelmäßig in der City unterwegs - die Stadt, die niemals schläft. Lediglich dahin dämmert. Nicht ganz wach wird im Winter. Im Sommer erst recht nicht, wenn keine Auswärtsgäste da sind.
Ich begleite meine Lebensgefährtin, Dr. Henriette Euphorbia von Wolfsmilch, durch die Citystraßen, immer auf der Suche und der gebotenen Lauer nach Neuheiten und Stoff für Lästerungen. Heute aber waren wir privat unterwegs. Ein seltenes Vorkommnis, ansonsten frönen wir der Stadtkunst. Die da heißt: Tarnen, Täuschen, Kaffee trinken gehen.
Blieskastel hat ein paar einladende Eiscafés und echte Cafés - vier an der Zahl. Wenn man das Café Wagner in Lautzkirchen dazuzählt, fünf. Kleine, aber feine Lokalitäten, kann ich nur sagen. Früher, als youngster unter den Wolf-Dichtern, kam ich oft ins Café Zimmer, heute heißte es anders, um die Kaffeehaus-Kultur und -luft zu erschnuppern, die die gleichnamige Wiener Stadtkultur atmete, wie man mir versicherte. Ich hab´s sogar eine zeitlang damit übertrieben, wurde angefeindet und mied fortan die Szene. Hab wohl zuviel Lästerliches dort niedergeschrieben.

Aber einer muss es ja tun.


Doch wir sind wieder da - die Kälte treibt uns ins Warme. Alternde Wölfe lieben das Hinterm-Ofen-sitzen. Früher nannten wir es Sauna-Schwitzen, doch die Zeiten haben sich geändert. Hiervon weiß ich leider ein gesondertes Liedchen zu singen. Und meine Frau erst!
Früher lief ich hoch erhobenen Hauptes durch die Stadt. Heuer schlurfe ich weißgrau im Gesicht, an den Pfoten, am Schweifende, mit tief gesenktem Kopf durch die Pflastersteingassen - kann mich nicht mehr wie früher unsichtbar tarnen, das ist vorbei. Aber man sieht nur und ausschließlich meine Frau - die ist bekannter und freundlicher. Sie wird von sehr vielen Leuten angesprochen, mich beäugen sie missmutig (Was´n das für´n seltsamer Köter, sieht ja aus wie n räudiger Wolf!?). Stört mich nicht, stört sie nicht, es herrscht Winter. Die Schneeflocken stechen mir die Augen aus, die Wolken treiben´s auf dem Wind, die frühe Dunkelheit tut ein übriges, den Tag verschwinden zu lassen. Herz, was willst du mehr!?
So hätte es früher gehießen. Heißt aber jetzt anders.



2022-12-03

Stadtwolfs Gruß an die Stadt der Wölfe, Dezember 2022

Melde mich wieder zurück, gestatten, Phil Sutaio, Stadtwolf aus eigenen Gnaden - lang ists her, über eineinhalb Jahre.
Wo seid ihr, liebe Follower aus aller Herren Länder? Der alte Stadtwolf streunt wieder, lahm geworden, grau, beinverletzt, aber wieder und immer noch WÜTEND, Wütend, wüten, wüte, wüt, wü, w...........

Gelange nicht so oft in die City of nowhere (= Stadt der Wölfe = Blieskastel), hocke coronabedingt (alte bedingung!?) meist daheim und schreibe worte in den wind und den schornstein.
Mein Haus (60 Jahre alt) wird mich überleben. Aber ich fürchte, ich werde mich nicht überleben. Da ist so eine diffuse Ahnung, die mich nicht losläßt. Aber sei´s drum, die Zeit fließt im Rechteck, die Ozeane sind dreckig - das Land ist konfus. Also alles wie gewohnt. Es kann losgehen.

Die Thematik für mich ist allerdings schwierig geworden. Mein Resonanzboden ist dahin, das Echo krankt in der Ecke, und die Straßen meines Heimatdorfes sind nahezu leer, tagsüber, nachts, jetzt - was machen wir falsch? Wollen wir nicht mehr streiten, die Köpfe blutig hauen?! Let´s go stadtrat! Let´s make war to the boredom - ich möchte kein billiges Vergnügen, ich möchte Lachen, Weinen, Erzählen und Diskussionen. Über Gott und den Bürgermeister, über die Demokratie und ihre seltsamsten Erscheinungsformen in Blieskastel, wie sie zur Zeit stattfindet. Anspielungen!? Ja, Anspielung.
Blieskastels Verwaltung ist ein seltsam verkommener Macho-Haufen. Zorro hätte seine helle Freude dran. Leider sind wir nicht in Kalifornien des Jahres 1840, sondern - im Saarland des 18. Jahrhunderts, wenn es damals schon existiert hätte.
Ich suhle mich in diesen Anspielungen, konkret will ich nicht werden, weil ich nicht genau weiß, was und wie da abläuft, was eigentlich und mit aller Vehemenz in die Mottenkiste gehörte. Beileibe nicht in der City of Lug and Trug, ich kann nur sagen: Pfui Teufel. Schämt euch, ihr Betonköpfe! Wenn ihr immer noch nicht wisst, wovon ich rede, schaut in der Saarbrücker Zeitung vom 1. Dezember nach, da steht das Neueste über Blieskastel drin.
Das Neueste ist das Alte. Diese Stadt ist so einmalig, sie macht diesen blöden Satz möglich, aber, hallo!, mit links.



2021-06-07

was der staat will - will der staat was!? was will er wirklich???????

ist es nicht eklatant und offengelegt, dass menschen wie ich - ex-hartzer, faulenzer, professioneller arbeitsloser, ewiger loser, nullkommanullprozent-miterwirtschafter am bruttioinlandsprodukt, rentner und krebskranker - also ein mündiger bürger dieses staats und kontinents, ins hintertreffen gedrängt werden? es geht um die impfkampagne/n der deutschen bundesregierung, nicht um allgemeine diskriminierung. ausnahmen: ich bin weiss, ich bin arm, unterprivilegiert, weil keiner partei angehörig, ich bin anarchisch geboren, anarchistisch selbsterzogen, fatalistisch im herzen, ehemals langhaarig, ehemals kommunistisch veranlagt, aus der zeit gefallen, naiv - tiefer als der grand canyon - , also ganz normal in diesem land aufgewachsen, voller vertrauen in unser system, übrigens, das beste gesundheitssystem der welt, die grandioseste demokratie ever, die keinerlei ungerechtigkeiten zulässt. mein lob für dieses land ist legion. 
mit einem klitzekleinen schönheitsfehler behaftet: es sind die legionen des varus, die im jahr 9 nach christus von den germanen vernichtet wurden (falls jemand diese kleine, ironische volte versteht oder würdigen will, chapeau!!!).

kurz und verwesentlich: ich melde mich anfang juni bei meinem hausarzt zum zweiten mal an für eine corona-impfung - ich bin sechsundsechzig jahre alt, habe also das ganze leben noch vor mir - bin seit 2019 nachgewiesen krebskrank. mit dieser petitesse will ich eindruck schinden - aber da is nix zu machen. es gibt eine liste, eine vormerk_ wohlgemerkt, auf die ich mich nun zum zweiten mal eintragen lasse, das erste mal ist mir irgendwie argumentenmässig abhanden gekommen, durch die lappen gegangen, wie man mir zu erklären versucht. man vesucht sehr viel, mich zu beschwichtigen, abzuwimmeln, herunterzuputzen - nun gut, jetzt stehe ich auf der liste beim hausarzt, einen genauen termin gibt es nicht, er wird mir telefonisch ganz kurzfristig mitgeteilt werden, wenn ich an der reihe bin. er, der freundliche hausarzt, wird erst wieder vakzine ende juni, anfang juli, erhalten - wieviele weiss er nicht. ich verstehe meine priorität nicht, ich bin doch über sechzig - und dazu krebskrank! 
oder habe ich die räude, den wolf mir gelaufen von pontius zu pilates!?

is it strange, it is weird, isn´t ist????

es gibt keine gerade stringente linie. es gibt keine antwort auf die vielen fragen, wie es vorangeht mit den impfungen, die macht wird ausgelebt, und das mit aller macht. geschwurbelt (ich beantrage, dieses wort als unwort des jahres auszuzeichnen!) wird allenthalben, allen voran die medien, diese wortvernichter & gedankentöter für die  schreibenden zünfte, die nicht von ihrer tätigkeit leben, sondern etwas verändern wollen- sie küssen den arsch der regierenden. 

warum bleibt der impfstoff knapp?
wer verdient an dieser verknappung? eine frage, die zu allererst auftaucht, auftauchen muss, nach den kriegsgewinnlerischen betrügern und machenschaften von - nicht ganz so liberalen - parteimitgliedern. die ja allesamt wohlbekannt sind. und inzwischen aus den medien gnädig veschwunden. 

Die Eigenschaften eines Stadtwolfs - frühsommer 2021

wölfe sind beileibe nicht namenlos. sie geben ihren nur nicht allzu gerne preis. das mag am zunehmenden alter der streunetiere liegen, aber sie verheimlichen sie auch aus überzeugung. es sind nunmal eigenwillige zeitgenossen. keinem autokratischen herren oder edlen herrin verbunden, niemandem hörig, nur ungehörig, wenn es um soziale anrüchigkeiten geht. wie nur kann ein solch geballtes individuum der freiheit in einem stadtdschungel überleben? was hält ihn am leben, von gerüchen & gerüchten allein kann er nicht existieren.
tja, wölfe sind überdies doch, durch die Bank weg, allesamt künstler - künstlerisch aufmüpfig im geheimen, im offenen & im anarchischen dasein. alles, was ein städtischer speissbürger nicht gebrauchen kann, selbst in größeren Orten wie diesem nicht. 
 
wer noch verträgt "freiheit"? nicht nur tierische, sondern menschliche? sind menschen vom land freier als die in der stadt?! weshalb begibt sich ein wildtier in städte, in denen es schlecht existieren kann!? macht er sich ein bestialisches vergnügen daraus, seine mitbewohner, die ihn nicht nur nicht dulden, sondern ihn ausrotten wollen - aufzusuchen & ihnen die verlockungen einer animalischen gegenwirklichkeit vor augen zu führen? nur, um sie derselben eigenschaft zu entlarven!? ich bin mir nicht sicher, dass dies ein so genialer gedanke war, den citywolf in blieskastel heimisch werden zu lassen. er ist zu unbequem. schließlich jagt & erlegt er tödliche vorurteile, zerlegt sie & wirft sie seinem sarkasmus zum fraß vor. 
auch eine art, sich sittlich daneben zu benehmen, möchte man meinen ..... wird man überhaupt davon satt?

2015-01-14

Endlich wieder was zum Lachen!

ohne aus meiner tuer gehen zu muessen, weiss ich um die vorgaenge in der welt, respektive in blieskastel, dem kleinod-ort (dem kleinen, oeden) im mittleren bliestal. & als streunewolf, der sich von aasgeiern und coyoten die nahrung wegstehlen laesst, weil er alt & grau geworden ist, weiss ich, dass es was belustigendes ist, von dem ich hier berichten will. 

die rede ist von den beiden ausgefallenen fastnachts-events in blieskastel, dem rathaussturm und dem karnevalsumzug.

eines muss ich vorweg sagen: ich bin ein karnevals-muffel und -fluechter seit vielen, vielen jahren.

& da ich aus persoenlichen gruenden nicht mehr vor der karnevalszeit fluechten kann, muss ich hier rumsitzen und schreiben. 
denn: was ist so schlimm daran, karnevals-events ausfallen zu lassen? der entgangene verdienst? dass man ungestraft sex mit fremden haben kann ueber die tollen tage?! dass ich nicht lache! als wenn dafuer die tollen tage der einzig willkommene anlass dafuer waeren!

was auch immer die buergermeisterin bewogen hat, den rathaussturm abzusagen, eines ist sicher: sie ist meisterin darin, sich laecherlich zu machen. pappnasen um sie herum gibt es genug, ihr hofstaat laesst sich darin wahrlich nicht lumpen, den dummen-august zu geben, & schoen brav und geziert uebers jahr verteilt ihre fastnachts-sottisen & -plattheiten unters profane volk zu mischen. mich bringen sie jedenfalls immer zum lachen, wenn sie was vorhaben, vertuschen oder sonstwie bei einer sache, wo´s wirklich brennt, versuchen, den schwanz einzuziehen.

das wort "karneval" hat einen, in seinem wortsinn enthaltenen, bezug auf die "fleisch-"lose zeit der bevorstehenden fastenzeit bis ostern, da ich als karnivore (sic!) diese zeit bei weitem nicht verstehen kann, verstehe ich auch nicht, wieso man diesen spektakulären rathaussturm in diesem jahr unter den tisch fallen laesst. & (als reaktion?) gleich noch den karnevalsumzug dazu!? dadurch wird doch die fleischlose zeit nur unnoetigerweise vorgezogen - & mit schnellem, besoffenem sex ist auch nix mehr zu machen.

um fastnacht/karneval reisse ich mich beileibe nicht, ich reisse lieber ein fettes taeubchen oder eine dumme, alte gans, die mir ueber den weg laufen, wenn ich einen schlechten tag habe.
ansonsten beissen sich die herrschaften blieskastels bei der absage dieses kulturell aeusserst fragwuerdigen events doch nur selber ins eigene fleisch. profitieren werden davon andere staedte im bliestal, die solches getue noch nicht auf ihre fahnen geschrieben haben. 

es waere schoen, wenn in diesem und den naechsten jahren das bauernfest, das oktoberfest, fronleichnam, weihnachten, ostern, pfingsten & das diner in weiss abgesagt wuerden. gruende dafuer gibts sicher keine, aber ich wuerde es begruessen. denn ich habe meine gruende.

2014-12-11

Tagebuch für Hungrige

Wenn es denn sein soll, will ich etwas über dieses Jahr 2014 sagen, das bald Geschichte sein wird. Ich habe weitgehend einen grossen Bogen um die politischen Tagesereignisse gemacht, nicht aus Interesselosigkeit, sondern aus Scham. Sei es die deutsche, europäische oder US-Politik, sie verdienen keine Zuwendung, wie ich finde. Ich schäme mich für die Europäer, die nichts für die Flüchtlinge tun, die massenweise ertrinkend im Mittelmeer treiben. Heute morgen steht auch noch eine bestimmte Zahl in der Zeitung, die belegen soll, wieviel Tote es in diesem Jahr am und auf dem Mittelmeer gegeben hat. Toll! Jetzt haben wir´s ja endlich amtlich. Ich will die Zahl nicht nennen, denn darum geht es nicht.
Es geht um Menschen. 
Und wenn ich diese formatierten Stimmen höre, von wegen, wir hätten kein Geld mehr, Deutschland und seine - nur als Beispiel - Familien zu sanieren, dann kommt mir die K..... hoch, meine Damen und Herren. Ich habe keine Lösungen parat und würde sie hier an dieser Stelle auch nicht aufs Tapet bringen, nur eines noch: Ich schäme mich, meinen Wolfspelz zu tragen, weil ich einer bin. Wäre ich nämlich ein Mensch, dann würde ich Mittel und Wege finden, meiner Existenz ein baldiges Ende zu setzen. Tiere haben keinen Platz in unserer Gesellschaft - Dieser Platz wurde vor langer Zeit bereits von den Menschen eingenommen.

2012-11-20

WIR HA`M NIX ZU VERBERGEN

- Wie der Citywolf zu neuen freunden kam -


eigentlich ein grund zum jubeln: in der city blieskastel an der blies kann es sein, dass es da kraeftig rumort - & einigen leutchen scheint ein kronleuchter aufgegangen zu sein, indem sie bemerken, dass die zeit nicht stille steht, auch nicht kurz vor weihnachten.
mein schleichendes gemuet auf vier pfoten ist dankbar dafuer, kommt doch jetzt endlich ein stein ins rollen, der zug faehrt ab, das flugzeug ist endlich in der luft - hoehenfluege kann man allerdings nicht sofort erwarten. Ich spreche von einer neuen aufbruchsstimmung, die ich gestern & vorgestern bemerkt haben will unter den bewohnern dieser kleinstadt im suedoestlichen saarland, hart an der grenze zu frankreich & rheinland-pfalz........
am anfang war das feuer - eigentlich war´s lediglich der ungoettliche funke aus einem kleinen pyritstein, der das feuer entfachte, aber es ist ein funke, ein gedankenblitz, der tausende von ideen mit sich ziehen kann, wenn - ja, wenn darauf reagiert  & entsprechend gehandelt wird.
mein gesuelze hat nix mit den parteiabgruenden zu tun, die hier vorherrschen, genau wie anderswo auch, es hat auch nix mit den juengsten stadtrats-entzugsentgleisungen ueber die geplante windkraftanlage/n zu tun. der heilsame wind weht von ueberall her, & er bringt uns was schoenes mit: frische. frischen wind, keinen eiskalten von rechts, links, oben oder unten. wie gut, dass parteien keinen einfluss auf die windrichtung haben koennen. das besorgen wir in zukunft selbst.

wir, das ist die "offene gesellschaft der woelfe & laemmer", die es sich zur aufgabe macht, die hier herrschenden zustaende, umstaende & missstaende im keim zu ersticken & neue wege des zusammenlebens von (stadt-)woelfen & laemmern aufzuzeigen. in meiner funktion als oberster stadtstreuner im wolfspelz habe ich die selbstgewaehlte aufgabe uebernommen, dieser gesellschaft mit rat & tat beizustehen & ihre impulse, zielsetzungen, vorgaben, kritiken, anklagen, tribunale & rituale zu kommentieren & zu verbreiten.
meine kritiker werden sich nun allerdings ins faeustchen respektive lammklau-chen lachen ob der tatsache, dass ich nun vollkommen domestiziert & zivilisiert wirke & mein raubtiergebiss am stadttor zur bliesmetropole abgegeben habe - aber mitnichten, meine damen & herren! der stadtwolf lenkt sein augenmerk nur etwas mehr noch auf die strassen dieser wunderbaren stadt & laesst seinem scharfen gehoer freien lauf ob der tatsache, dass es in diesem ort auch noch leute geben koennte, die ihre gedanken offen zur diskussion stellen wollen - fragen zu den belangen von laemmern & woelfen werden registriert & veroeffentlicht werden. damit soll erreicht werden, dass die administration dieser stadt keinerlei sedierungsmissbrauch unterliegt, es soll eine aufgeweckte, gespannte & lebendige administration in zukunft geben, die auch fragen der laemmer beantwortet & auch reagiert. letzteres waere ja schon an sich ein erdrutsch an fortschritt, nicht nur jener an der stadtmauer, wie vor monaten geschehen.
& ich kann in diesem moment die frohe botschaft verkuenden, dass es die leute, bei denen ich solche guten eigenschaften erhoffte, tatsaechlich auch gibt!!! sie haben sich gefunden & wollen sich artikulieren - & der stadtwolf ist dabei!!!!!
zwar verwundet die zeit alle heiler, aber in diesem fall scheint eine verzoegerung vonstatten gegangen zu sein. als stadtwolf lebt man in einem besonderen zeitmass, das mitunter keinen aufschub duldet. in dem fall haetten meine kritiker recht, wenn ich sage, ich bin etwas sanfter & geduldiger geworden. aber mein raubtiergebiss gehoert immer noch mir.
 

2012-01-14

WOLF IN THE CITY: .... & DANN BIN ICH WIEDER FREI

wen stoert´s schon, wenn ein heruntergekommener grauer koeter durch die strassen trollt, auf einem bein lahm, den schwanz eingezogen, den blick gesenkt, tief die schnauze am boden, so, als suche er etwas fressbares - dies ist nicht mein zustand, meine damen & herren, dies ist meine TARNUNG! wer diese tarnung bemerkt, & das sind ganz wenige, der bekommt einen gelbaeugigen timberwolfblick gesandt, der sich gewaschen hat. manche leute moegen erschrecken vor meinem anblick, aber wenn sie in meine augen sehen, den schreck, den sie da bekommen, den werden sie so schnell nicht wieder los.
.... wenn sie denn mal in meine augen sehen ......
in letzter zeit laufe ich ohne tarnung durch die gegend, das mag noch am unauffaelligsten sein. habe schon eine geraume zeit die nase voll von meinem spurenlesen & stoebern, die stadt gibt an lebendigem geist nur einen winzigen bruchteil wieder her, wie sie selber produziert. das macht mir aber nichts aus, ich muss bloss weiter die augen offen halten, dann kann mir nichts passieren.
sollte denn mir etwas passieren? ehrlich gesagt, eigentlich nicht mehr. diese gefahrenzeiten sind endgueltig vorbei, manchmal lockt mich doch noch so ein kleines, klitzekleines abenteuer, aber es bleibt bei dem versuch, mich zu versuchen.
was mich dennoch staendig verfuehren will, das ist meine unaufhoerliche suche nach freiheit & selbstverwirklichung, wolf unter schafen ist gut, wenn man hunger hat, wolf unter woelfen ist dann gut, wenn man den alpharueden gibt - aber ein wolf unter menschen zu sein, das ist wahrhaftig kein zuckerschlecken, das ist barbarisch.
alte woelfe moegen einzelgaenger sein, "einzelbroetler" sagt meine princess lupa zu ihnen, dabei kennt sie nur einen dieser einzelbroetler, naemlich mich. aber sie sind alt & erfahren, vorsichtig & eben einzelgaengerisch, damit sie nicht getreten oder fortgejagt werden. meine kollegen, die coyoten, sind meistenteils frecher & spontaner dabei, sich rang & namen in dieser stadt zu verschaffen, es mag ihnen auch gelingen, aber es sind & bleiben nun mal coyoten, da kann man nix machen.
viele woelfe, ausser meiner prinzessin & meiner wenigkeit, gibt es nicht in der stadt. wir gehen uns gerne aus dem weg, sind scheu dem eigenen treuen gefaehrten &/oder  artgenossen gegenueber, auf dem lande gibt es noch weniger von uns. ich bin deshalb oft in den feldern & wiesen unterwegs, die die stadt umgeben, princess lupa schleppt mich stets zu neuen orten oder zu selten aufgesuchten plaetzen, wo wir stundenlang verweilen koennen.
am liebsten bin ich allein, ganz fuer mich, im wald, in den blieswiesen, auf den bergen, an der franzoesischen grenze, die keine mehr ist, in den nachbarstaedten zweibruecken, homburg oder sarregemuines - dort fuehle ich mich alleine am wohlsten.
& dann bin ich wieder frei!

2010-08-18

Wolf in The City, Part 1

Bis jetzt ging alles gut, scheinbar gelassen reagiert die Umwelt auf mein Unglück. Wie lange dauert es dann noch, bis es alle erfahren & mit heimlicher, kaum verhüllter Verachtung auf mich herabschauen? Das ist schon einmal geschehen, von 2002 bis 2008/09, eine lange Zeit, nicht wahr, manche Leute fragten: "Wieso kriegst du keine Stelle, was ist da los?"




Weil nix mehr los sein kann, wollte ich liebend gerne antworten. Doch ich streunte nur als Wolf durch die abendliche Stadt auf der Suche nach etwas Fressbarem, etwas, was ich mit Haut & Haaren hätte verschlingen mögen. Ein gutes Wort oder ein Mutmacher.


Die wahren Mutmacher sind weit weg, in der Tat.


Die Glücksmomente, es geschafft zu haben, wieder in Arbeit zu sein, sind ein für allemal vorüber. Die Ernüchterung schlägt auf den Magen - & obskure Schmerzen spüre ich überall am & im Körper. Es ist nicht gut, einen unvollkommenen Körper zu besitzen, & noch weniger gut ist´s, schlechte Gedanken zu denken & sie sogar noch auszusprechen.


Ich weiss nur zu genau, dass die guten Zeiten schon lange zurückliegen, die Gegenwart ist keine gute Zeit, was soll ich mit ihr anfangen?


Soll ich sie mir wegdenken, aus dem Gedächtnis bannen, einen Fluch über sie sprechen, sie zu "töten" als versinnbildlichten Fetisch?!Es wird jeder "Greif dir mal annen Kopp!" sagen, & sie haben recht.


Nun, dies ist eine Monographie, kein Mythos, keine Legende, eine einfache Geschichte, die kein Ende nimmt. Es ist der monotone Rhythmus einer geschichtslosen Zeit, ohne Auf & Ab, es ist nurmehr ein Ab zu registrieren -


Ich langweile meine erhabenen Leser mit meinen ängstlichen Gedanken, nicht wahr?


Verzeiht, meine Zeit ist um, es ist eine neue angebrochen, eine mit dynamischeren Egoisten, wie ich keiner bin, mit mehr Gier dahinter & noch mehr Rafflust behaftet, recht so!


Meine Güte, diese Stadt ändert sich nie, sie hat mir noch nie viel Glück gebracht, wenn ich so zurückdenke. Aber mir unnötige, quälende Fragen & Aufgaben zu stellen, dazu habe ich nicht die Kraft, es gäbe vieles aufzuklären & zu bereden - Das Gewässer ändert seinen Lauf, der See seine Ufer, das Meer seine Tiefe & Untiefe, ich lasse alles so, wie es nicht ist & nicht kommt.