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2021-06-07

Die Eigenschaften eines Stadtwolfs - frühsommer 2021

wölfe sind beileibe nicht namenlos. sie geben ihren nur nicht allzu gerne preis. das mag am zunehmenden alter der streunetiere liegen, aber sie verheimlichen sie auch aus überzeugung. es sind nunmal eigenwillige zeitgenossen. keinem autokratischen herren oder edlen herrin verbunden, niemandem hörig, nur ungehörig, wenn es um soziale anrüchigkeiten geht. wie nur kann ein solch geballtes individuum der freiheit in einem stadtdschungel überleben? was hält ihn am leben, von gerüchen & gerüchten allein kann er nicht existieren.
tja, wölfe sind überdies doch, durch die Bank weg, allesamt künstler - künstlerisch aufmüpfig im geheimen, im offenen & im anarchischen dasein. alles, was ein städtischer speissbürger nicht gebrauchen kann, selbst in größeren Orten wie diesem nicht. 
 
wer noch verträgt "freiheit"? nicht nur tierische, sondern menschliche? sind menschen vom land freier als die in der stadt?! weshalb begibt sich ein wildtier in städte, in denen es schlecht existieren kann!? macht er sich ein bestialisches vergnügen daraus, seine mitbewohner, die ihn nicht nur nicht dulden, sondern ihn ausrotten wollen - aufzusuchen & ihnen die verlockungen einer animalischen gegenwirklichkeit vor augen zu führen? nur, um sie derselben eigenschaft zu entlarven!? ich bin mir nicht sicher, dass dies ein so genialer gedanke war, den citywolf in blieskastel heimisch werden zu lassen. er ist zu unbequem. schließlich jagt & erlegt er tödliche vorurteile, zerlegt sie & wirft sie seinem sarkasmus zum fraß vor. 
auch eine art, sich sittlich daneben zu benehmen, möchte man meinen ..... wird man überhaupt davon satt?

2013-06-15

der wunsch ist der terror des gedankens

da war ich doch tatsaechlich kurz davor, einen reporter von eigenen gnaden zu werden - schon ist der spuk wieder vorbei. jedenfalls fuer den moment.
was ist geschehen?
nichts ist geschehen. mir ist nur wieder mal der wind abhanden gekommen, der meine segel blaeht, damit meine wut nicht in der sargassosee versinkt. 
ich brauche die sargassosee beileibe nicht, blieskastels silhouette genuegt schon, um alle bitterkeiten meines daseins revue passieren zu lassen. & diese bitteren erkenntnisse erdruecken mich von zeit zu zeit.
eigentlich bin ich ja frei - nur im kopf zwar - aber frei. man kann mich toeten, meinen freien geist kann niemand umbringen. aber es ist noch mehr. ich gehoere niemandem, nur der verdammte staat mischt sich ueberall ein. ich habe es so satt, ein kleines raedchen in diesem unechten verbund zu sein. aber wohin denn ich? wohin die anderen gleichgesinnten, oder nicht-gleichgesinnten. diejenigen, die an diesen staat glauben, an seinen  gerechten aufbau, seine aufrichtigen staatsmaenner, sie sind mit uns im selben boot, das man liebend gerne & mit mann & maus ausbooten wuerde. nur, wer soll dann die ganzen steuern bezahlen? von was sollten dann die staatsmaenner & -frauen leben? na, sie koennen ja einen neuen staat gruenden - oder, wie bertold brecht es so schoen formulierte, sich "ein anderes volk waehlen".
aber nein, ich bleibe im lande & wehre mich taeglich. frueher machte dieser kampf noch spass, aber jetzt ..... die zeiten haben sich geaendert, ich habe zig jahre mehr aufm buckel, ich spuere sie, sie druecken, ziepen & hinterlassen blaue flecken. 
noch ist die resignation nicht weiter voran geschrittten. doch liegt sie schon in den startloechern. soll sie auch, sich erheben & aufstehen war schon seit jeher in deutschland sehr gefaehrlich. & napoleon beendete schliesslich die revolution in seinem land, nach zehn jahren revolutionaerem prozess.
bei uns im deutschen land wurde sie im keim erstickt. mit kartaetschen blutig beendet, viele wanderten aus nach nordamerika, aber ich bleibe hier.
tue ich es gerne?
will ich nicht wie otto klemperer zuhause in einem terrorstaat leben & den taeglichen horror eines unrechtsregimes schriftlich dokumentieren?
dann wuerde ja doch noch ein reporter aus mir werden.

2013-01-29

Unserioese Gedanken

manchmal wuensche ich, man sollte mich eigentlich als etwas boeses/schlechtes in erinnerung behalten. interessant waere dabei, eine boese tat getan zu haben, die lange nachwirkt. gute menschen werden manchmal zu heiligen erklaert, aber boese!? werden die dann zu unheiligen erklaert!?
zu denen moechte ich eigentlich ganz gerne gehoeren. meine taten sind manchmal gut, manchmal schlecht. in mir steckt das gute wie das boese, & darin bin ich nicht allein innerhalb der menschheit. 
lassen wir doch einmal die vorurteile zu gesetzen werden, die man befolgen sollte - lange haare bei maennern, baerte, miniroecke der maedchen, pornodarsteller, zigeuner, rocker, indianernegeraraberchinesen, brillentraeger, keinebrillen-traeger, schwule homosexuelle, all die elemente, die nicht in unsere kreise einbezogen sein duerfen, sollten einmal das sujet von gesetzestexten werden. 
wahrscheinlich waere die welt dann viel bunter als in einer katholischen kirche. dort drinnen sieht alles bloss golden aus. wirklich alles.
   

2013-01-23

GRUENDEN WIR EIN WOLFSRUDEL

-  ein  - theoretisch moeglicher - dialog kurz vor der gruendung eines buergerforums -


A: gruenden wir doch mal ein wolfsrudel ......
B: ach, du meinst, wir gruenden ´ne neue partei? 
A: nein! ´n echtes rudel, mit alphatier & allem, was dazugehoert.
B: ´ne faschistische vereinigung? nein, da mach ich nicht mit!
     das kommt nicht in frage!!!!!!!!
A: wer sagt das denn?
     nein, ein echtes rudel, mit einem leittier & dem, was so ´ne 

     wolfsschar ausmacht.
     sieh mal:
     in einer gruppe sind wir staerker, als wenn wir einzelgaenger 
     waeren.
     jeder innerhalb des rudels hat seinen rang & position inne, 
     keiner wird benachteiligt.
     wir beissen uns fest & lassen nie mehr los, was wir mal 
     angepackt haben. wir brechen  mit allem, was wir haben, 
     verknoecherungen auf & reissen tiefe wunden ins fleisch aus 
     bequemlichkeit & gier .....
B: ... & wozu soll das gut sein!?
A: im rudel wird jeder satt, niemand braucht zu hungern, die 
     jungen sorgen spaeter fuer die alten, kein wolfsjunges wird
     nur von den eltern erzogen, sondern von der gemeinschaft.
B: wir leben also von der gier der anderen?
A: wenn du´s so sehen willst. wir fressen denen einfach die gier 
     weg, bis nix mehr davon uebrig ist.
B: was werden die anderen rudel dazu sagen?
A: meinst du, dass es dann noch welche gibt!?


(wird fortgesetzt)



2012-10-04

WARUM ICH KEIN CHRIST BIN

der titel dieses posts stammt von bertrand russell, eine beruehmte rede aus dem jahr 1927.... soweit die fremden federn, mit denen ich mich  an dieser stelle schmuecken moechte.
zur sache: vor ueber zwanzig jahren bin ich aus der kirche - der evangelischen - ausgetreten, anfangs, um keine kirchensteuer zu zahlen, spaeter dann wuchs die abneigung gegenueber dieser institution von staats wegen, trotzdem war sie noch weit entfernt davon, die traditionellen christlichen goetter beleidigen zu wollen, & das bis zum heutigen tag.
wir koennen keine goetter beleidigen, weil es diese nicht gibt. jedenfalls nicht in der form, wie wir sie uns vorstellen. von vorstellungen, imaginationen, visionen & dgl. habe ich mich inzwischen verabschiedet. die religion ist opium fuer die menschen, jedenfalls die vom staat institutionalisierte & damit instrumentalisierte, fuer seine zwecke benutzende, wohlgemerkt. nur die irritationen, die sind geblieben.
an was soll ich noch glauben, fragte ich mich nicht nur damals. die frage ist bis heute gueltig geblieben, nur meine glaubensgrundsaetze haben das weite gesucht. es gibt nix mehr zu glauben, der himmel ist leer, die wolke sieben ist aufgeloest im nichts, & die engelchen singen nicht weiter loblieder auf ihre schoepfer.
.... wenn es so einfach waere...!
frage ich mich lieber, an was glaube ich denn? es ist nicht viel, nebenbei bemerkt. an meinen untergang sowieso, weil mein leben unbedeutend ist, an eine zukunftslose zeit, die auf uns lauert, & deren gesicht & charakter wir nicht kennen, & wenn es einige leute geben sollte, die sie dennoch beschreiben, dann lasse ich sie, denn ich kann ihnen nicht in diese wirklichkeit folgen, in meinem kopf sind viel schrecklichere vorahnungen.
dieser tage las ich, was im jahre 2050 alles moeglich scheint: es gibt kaum noch automobile, weil es viel weniger menschen als heute gibt, die oeffentlichen verkehrsmittel ueberwiegen. als wenn damit alle probleme der menschheit geloest waeren, weniger autos ...... vor 200 jahren gab´s auch schon weniger bis gar keine autos. & was hat es uns gebracht?!
sind die menschen bis 2050 fast alle verhungert, oder welches ist die ursache dieses wundersamen rueckganges, haben die chinesen oder die inder oder saemtliche afrikaner ploetzlich die enthaltsamkeit gelernt? dann haben hoffentlich die europaeer & amerikaner eine lehre daraus gezogen & sich hoffentlich in einem gross angelegten kollektivmord aus der affaere gebeamt  ......
wahrhaftig, hier spricht kein freund der menschheit, werden die leser denken.

bin ich aber.
ich sage nur, was ich als absurd angesehen habe, & dass diese absurditaeten irgendwann trotzdem wirklichkeit wurden. nichts scheint zur zeit unmoeglich zu sein, das hat uns schon die autoindustrie (sic!) lehren wollen.
vielleicht ein fazit: ich glaube an nichts, also kann mir auch nix passieren. ich glaube an nichts, also komme ich auch nicht in den himmel & in die hoelle. ich glaube an gar nichts, dann ist das nichts besser zu ertragen. & da liegt naemlich der hund begraben. wir koennen uns nicht ertragen, also erfanden wir goetter, die ueber uns bestimmen koennen, die sagen koennen, was gut & boese ist. aber hat das nicht schon unser vorfahr homo ergaster gewusst? ich glaube, die erfindung des paradieses ist nicht ganz so alt wie diese archaische menschenform. aber moegen sie beide in frieden ruhen.

die probleme werden nicht aufhoeren, so lange es uns gibt. wozu es wohl gut ist?
  
 

2012-04-07

LOS BLIESCASTOLEROS

die blies ist ein kleiner traeger fluss, nicht lang, eher zu kurz fuer dieses tal, aber manchmal laeuft sie ueber, wenn sie will & die umstaende es erlauben. auch ich bin ein kind dieses tals, also auch ein kind der blies, denn ich laufe auch manchmal ueber. dann habe ich schaum vor dem mund, meine mundwinkel zucken nervoes, & meine augen quellen aus ihren hoehlen.
die wut hat mich dann gepackt, die wut ueber eine fuer mich entsetzliche grossmannstat von lokalen politikern, die hier meinen, die fruehen fuersten wuerdevoll vertreten zu muessen. & weil ihnen aehnliche hirnverbrannte flausen einfallen.
aber es ist schon lange nix mehr derartiges geschehen, das heisst aber nicht, dass meine wut verraucht ist.
ich nenne sie die bliescastoleros, weil sie einen horizont haben wie ein amerikanischer revolverheld aus einem hollywoodfilm, schwarz-weiss, technicolored a la boheme, hier gut, da boese, hier wir oben, dort die da unten, wassonst wassonst wassonst? fehlt nur noch der weisse hut aufm kopp.


aber meine wut richtet sich groesstenteils auf die taten waehrend meiner arbeitszeit bei dieser stadt, sie sind allesamt vergangenheit, haben keinen wert mehr, so wie meine wut sinnlos ist & bleiben wird. niemand hat mich gewollt, ich bin zu gering dafuer gewesen, dort einen solch edlen job zu bekommen. traurig bin ich darueber nicht weiter, das ist vorbei, da ist was gestorben, was schon vorneherein zum siechtum bestimmt gewesen ist. die bliescastoleros haben mir gift in meinen kaffee - schwarz natuerlich - getan, & die farbe des kaffees spielte dabei ueberhaupt keine rolle. sie haben mir die milch, ihre milch der frommen denkungsart, vorenthalten. 


weshalb ich dies alles von mir gebe? heute morgen, am ostersamstag, habe ich einen kleinen teil dieser bliescastoleros wieder in voller pracht & bluete erleben duerfen, zwar privat unterwegs, doch die arroganz spiegelte sich selbst noch auf ihren schuhsohlen. wenn man so klein vor ihnen steht, kann man naemlich gut diese schuhsohlen von unten betrachten.