Freitags schnürt der Wolf
Nun ist er wieder da, struppig, schütteres Fell an den Läufen, die Zähne blecken kann er zwar noch, nur zubeißen fällt ihm etwas schwer, ihm ist etwas abhanden gekommen, so scheint´s.
Was fehlt ihm!?
Erratet ihr es nicht!?
Sein geliebtes Feindbild ist ihm abhanden gekommen, wahrscheinlich ist es gestohlen worden. Im Grunde keine Schande, friedlich lebt sich´s sicherlich besser, doch es gehörte nun einmal zu seinem Stadtwolf-Profil, jeden anzubeißen, der seinen Senf dazu geben will, dort, wo es anfängt, gefährlich zu stinken. Und in der Vergangenheit hat es an etlichen Ecken und Winkeln gest.....* - naja, am vergangenen Freitag roch nichts schlecht, es war ein heiterer Morgen, halb frisch, halb warm, ein Frühlingstag wie vor funfundfünfzig Jahren. Sein Wolfsherz wurde reichlich bedacht mit Sauerstoff, Dieselmief und - Fremdheit .......... Ja, Sie haben richtig gelesen. Keine Feinde mehr - keine Heimeligkeit, weder Vertrautheit noch Beschaulichkeit, was ist geschehen?
Nun, zu seinen verinnerlichten Merkmalen gehört sicherlich die angeborene Scheu vor den Menschen, aber ein Stadttier macht nun einmal Ausnahmen, er ist an Wolkenkratzer und Marktplätze gewöhnt, sonst wäre er kein Stadttier. Aber die scheinen neuerdings was gegen seine selten gewordenen Besuche und Streifzüge zu haben. Wo früher die Fetzen flogen, der Pulverdampf sich tagelang hielt in den Gassen, von den vielen Duellen, die auf offener Straße ausgetragen wurden, ist heute, ja, Sie haben richtig geraten, Gras gewachsen. Weit gefehlt, dass sich die Kiffer darüber freuen - das Gras ist richtiges Grasgewächs, Pionierpflanze, keine halluzinogene Ausweiche.
Pech.
Und es scheint noch weiter wachsen und sich ausbreiten zu wollen. Diesem biologischen Phänomen noch eins draufzusetzen, sollte es andererseits zusätzlich auf einer gewiss interessanten Metaebene betrachtet werden. Und da, genau da, an diesem Punkt wird es politisch - die Grünen, das grüne Gras hat seine Meta-Metapher!
DIE Grünen! Die Feinde des aufrecht und stramm blickenden Rückwärts-Janus-einäugig-hörigen Taubstummen, Viel-Fleischfressers, Müslihassers, Müll-am-Sonntag-Sortierers. Feindbilder kennt der Stadtwolf zur Genüge, in Fantasie und Ironie, in guten und in schlechten Zeiten.
Mit Verlaub, es sind heuer schlechte Zeiten, wir haben nichts anderes. Und wir wollen uns doch nicht anpassen, das steht uns doch nicht zu, oder!?
Und mit Altruismus wollen wir schon gar nichts zu tun haben! Wir sind ja nicht katholisch, sondern alkoholisch. Und sollten wir alkalisch werden, dann ist die Blies vollkommen ausgetrocknet.
Wohlgemerkt, das ist kein Feindbild des Wolfs, der hat nur einen Feind, den Menschen. Dieser rückt ihm allzu gerne aufn Pelz. Wie gut, dass es Stadtwölfe gibt, die das Gras mähen, aus Leidenschaft ......
Und mit Altruismus wollen wir schon gar nichts zu tun haben! Wir sind ja nicht katholisch, sondern alkoholisch. Und sollten wir alkalisch werden, dann ist die Blies vollkommen ausgetrocknet.
Wohlgemerkt, das ist kein Feindbild des Wolfs, der hat nur einen Feind, den Menschen. Dieser rückt ihm allzu gerne aufn Pelz. Wie gut, dass es Stadtwölfe gibt, die das Gras mähen, aus Leidenschaft ......
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* Wiederholungen fäkalischen Charakters sollten tunlichst vermieden werden
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