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2022-12-12

Leicht geändertes Lebensgefühl des Blieskasteler Stadtwolfs

Stadtwölfe gehen nicht in Pension - dagegen wehre ich mich vehement!!! Und neuerdings habe ich sogar einen Namen (ungetauft allerdings). Von heute an - 12. Dezember 2022 - heiße ich Alexis Lupus Hundemith - damit ihr es wißt ...... man darf mich dennoch weiterhin "Stadtwolf" nennen. Oder: Der mit den Langweilern kämpft.
Seit voriger Woche bin ich zweimal regelmäßig in der City unterwegs - die Stadt, die niemals schläft. Lediglich dahin dämmert. Nicht ganz wach wird im Winter. Im Sommer erst recht nicht, wenn keine Auswärtsgäste da sind.
Ich begleite meine Lebensgefährtin, Dr. Henriette Euphorbia von Wolfsmilch, durch die Citystraßen, immer auf der Suche und der gebotenen Lauer nach Neuheiten und Stoff für Lästerungen. Heute aber waren wir privat unterwegs. Ein seltenes Vorkommnis, ansonsten frönen wir der Stadtkunst. Die da heißt: Tarnen, Täuschen, Kaffee trinken gehen.
Blieskastel hat ein paar einladende Eiscafés und echte Cafés - vier an der Zahl. Wenn man das Café Wagner in Lautzkirchen dazuzählt, fünf. Kleine, aber feine Lokalitäten, kann ich nur sagen. Früher, als youngster unter den Wolf-Dichtern, kam ich oft ins Café Zimmer, heute heißte es anders, um die Kaffeehaus-Kultur und -luft zu erschnuppern, die die gleichnamige Wiener Stadtkultur atmete, wie man mir versicherte. Ich hab´s sogar eine zeitlang damit übertrieben, wurde angefeindet und mied fortan die Szene. Hab wohl zuviel Lästerliches dort niedergeschrieben.

Aber einer muss es ja tun.


Doch wir sind wieder da - die Kälte treibt uns ins Warme. Alternde Wölfe lieben das Hinterm-Ofen-sitzen. Früher nannten wir es Sauna-Schwitzen, doch die Zeiten haben sich geändert. Hiervon weiß ich leider ein gesondertes Liedchen zu singen. Und meine Frau erst!
Früher lief ich hoch erhobenen Hauptes durch die Stadt. Heuer schlurfe ich weißgrau im Gesicht, an den Pfoten, am Schweifende, mit tief gesenktem Kopf durch die Pflastersteingassen - kann mich nicht mehr wie früher unsichtbar tarnen, das ist vorbei. Aber man sieht nur und ausschließlich meine Frau - die ist bekannter und freundlicher. Sie wird von sehr vielen Leuten angesprochen, mich beäugen sie missmutig (Was´n das für´n seltsamer Köter, sieht ja aus wie n räudiger Wolf!?). Stört mich nicht, stört sie nicht, es herrscht Winter. Die Schneeflocken stechen mir die Augen aus, die Wolken treiben´s auf dem Wind, die frühe Dunkelheit tut ein übriges, den Tag verschwinden zu lassen. Herz, was willst du mehr!?
So hätte es früher gehießen. Heißt aber jetzt anders.



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