Wer will noch Gedichte lesen? Sind Lyriker allesamt Spinner? Nimmt irgendjemand noch wahr, dass es Schriftsteller, ja, Dichter, gibt, die im Verborgenen existieren und ungelesen vor sich hinschreiben? Manchmal hatte ich Zeiten, da hing ich an jedermanns und jederfrau Rockzipfel (bitte NICHT falsch verstehen, es ist nicht sexistisch gemeint!), um Aufmerksamkeit zu erhalten, bei dem, was ich so vor mich hin kritzelte. Es waren nur die falschen Vorgehensweisen, um reich und berühmt zu werden. Hat wohl nicht so richtig funktioniert.
Und was mache ich jetzt!?
Ich hole tief und verwegen Luft und – tue wieder beinahe das Gleiche, was ich immer tat. Das Internet unsicher machen mit meiner Anwesenheit, dabei weiß ich genau, dass der Erfolg (die Ehre, die Anerkennung, das Lob!) wie früher auch ausbleiben wird. Kann auch sein, dass ich von Russland und/oder China ausspioniert werde, weil ich so hartnäckig poste und nach Ruhm und Ehre lechze. Dabei bin ich kein Jungspund, eher ein alternder Macho-Affe, der sein Dschungelcamp verlässt, um sein Glück im Altersheim zu suchen.
Wenn das Glück dort nicht ist, wo ist es dann?
Kein Schriftsteller/Dichter lässt sich gern in die Karten gucken, so ist es auch bei Musikern, und zwar ebenso aus ihrer Sicht wie aus der der Öffentlichkeit. Es zählt nur das Ergebnis. Und das Publikum ist eine Diva, die launisch und wählerisch aus Unterhaltungshunger heraus ihr Urteil fällt, was lesenswert, hörenswert oder wertlos ist.
Nach wie vor schreibe ich. Dies ist eine Drohung, jedes Mal, wenn ich dies sage, könnte es zum Eklat kommen, denn der Dichter hat nicht zu tönen, er hat zu schweigen und seine Bücher zu veröffentlichen, ohne über sie zu reden.
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