Bekennen
- Aber keine Beichte! Die Leser werdens ahnen: einmal mehr will ich über mich
schreiben, wie es mir erging und ergeht, was ich so tue oder nicht tue. keine
seelenschau, aber ein striptease der absoluten, gefühlten NACKTEN Sorte. Hier
dargebracht in mehreren, in unregelmäßigen Abständen veröffentlichten
Beiträgen.
Neuerdings brauche ich doch ein gewisses Publikum, denn ich bin einsam, fühle
mich allein gelassen, von Freunden und Verwandten, selbst von freundlichen
Verwandten.
Je mehr ich schreibe, Beobachtungen und Gedanken vorausgegangen,
hinterhergeschickt das Verlangen nach einer gewissen "Normalität",
was auch immer ich darunter verstehen mag, in meinen „späten“ Jahren, ich werde
in ein paar Tagen sechsundsechzig Jahre alt, es wird manchen von den Lesern
befremden. Doch dafür hatte ich schon immer ein gewisses Talent, die Leute vor
den Kopf zu stoßen. Tut mir leid, Leute, aber mein Verstand ist ein altes Weib,
das schon mal bessere Tage gesehen hat – Nur, wann die waren, weiß es selbst
nicht mehr…..
Widersprüche
sind zuhauf vorhanden, vor allem die letzten Monate haben zugesetzt an solchen
Irrtümern und Halbirrtümern, die lediglich die Trümmer meines Selbstbewusstseins
darstellen. Einerseits im Ruhestand, da ich nunmehr seit drei Jahren in Rente bin,
andererseits im Unruhe-Zustand, der sich seit meiner frühesten Jugendzeit bis
heute fortsetzt. Mögen sich seine Hauptnenner ein wenig verschoben haben, so
sind es heutzutage die eine Hauptsorge, nicht mehr wahrgenommen zu werden. Das
Gegenteil war einst der Fall. Ich habe den Verdacht, dass ich im Leben einer
Lüge, einer Selbst-Lüge, aufgesessen bin – Und die Tatsache, dass es nunmehr zu
spät ist, sie zu korrigieren oder in andere Bahnen zu lenken, darüber grübele
ich unaufhörlich, tagein, tagaus. Gepaart sind jene Gedanken mit, zugegeben,
ein wenig Nostalgie, momentan erinnere ich die Jahre meines beginnenden
Verstandes, als ich fünfzehn, sechzehn Jahre zählte – Das waren die Jahre 1969
bis 1970, eine äußerst schwierige Zeit, die mir außer der Musik nicht viel
Gutes eingebracht hat. Und im Nachhinein prägten mich diese zwei Jahre für beinahe
mein gesamtes Leben. Und als ich zu glauben begann, endlich ein wenig Verstand
zu besitzen, erwies sich dies später ebenso als Irrtum, wie auch der
lebenslange Gedanke, berühmt zu werden, als talentiert zu gelten und mit meinen
Gaben und Eigenschaften reich und anerkannt werden zu können. Mit vierzehn
verfasste ich mein erstes ernsthaftes Gedicht, wenig später den ersten Liedtext
samt seiner Vertonung. Allesamt dilettantisch, rappelschlecht und überkandidelt.
Erst ab Mitte der siebziger Jahre kamen erste Edelsteinchen zum Vorschein, hier
und da einer, es machte Spaß, seine eigene Entwicklung zu begreifen, ich wurde
hungriger und hungriger nach der eigenen Kreativität.
(------> wird fortgesetzt)
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