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2020-09-20

BEKENNTNISSE 1

Bekennen - Aber keine Beichte! Die Leser werdens ahnen: einmal mehr will ich über mich schreiben, wie es mir erging und ergeht, was ich so tue oder nicht tue. keine seelenschau, aber ein striptease der absoluten, gefühlten NACKTEN Sorte. Hier dargebracht in mehreren, in unregelmäßigen Abständen veröffentlichten Beiträgen.
Neuerdings brauche ich doch ein gewisses Publikum, denn ich bin einsam, fühle mich allein gelassen, von Freunden und Verwandten, selbst von freundlichen Verwandten.
Je mehr ich schreibe, Beobachtungen und Gedanken vorausgegangen, hinterhergeschickt das Verlangen nach einer gewissen "Normalität", was auch immer ich darunter verstehen mag, in meinen „späten“ Jahren, ich werde in ein paar Tagen sechsundsechzig Jahre alt, es wird manchen von den Lesern befremden. Doch dafür hatte ich schon immer ein gewisses Talent, die Leute vor den Kopf zu stoßen. Tut mir leid, Leute, aber mein Verstand ist ein altes Weib, das schon mal bessere Tage gesehen hat – Nur, wann die waren, weiß es selbst nicht mehr…..

Widersprüche sind zuhauf vorhanden, vor allem die letzten Monate haben zugesetzt an solchen Irrtümern und Halbirrtümern, die lediglich die Trümmer meines Selbstbewusstseins darstellen. Einerseits im Ruhestand, da ich nunmehr seit drei Jahren in Rente bin, andererseits im Unruhe-Zustand, der sich seit meiner frühesten Jugendzeit bis heute fortsetzt. Mögen sich seine Hauptnenner ein wenig verschoben haben, so sind es heutzutage die eine Hauptsorge, nicht mehr wahrgenommen zu werden. Das Gegenteil war einst der Fall. Ich habe den Verdacht, dass ich im Leben einer Lüge, einer Selbst-Lüge, aufgesessen bin – Und die Tatsache, dass es nunmehr zu spät ist, sie zu korrigieren oder in andere Bahnen zu lenken, darüber grübele ich unaufhörlich, tagein, tagaus. Gepaart sind jene Gedanken mit, zugegeben, ein wenig Nostalgie, momentan erinnere ich die Jahre meines beginnenden Verstandes, als ich fünfzehn, sechzehn Jahre zählte – Das waren die Jahre 1969 bis 1970, eine äußerst schwierige Zeit, die mir außer der Musik nicht viel Gutes eingebracht hat. Und im Nachhinein prägten mich diese zwei Jahre für beinahe mein gesamtes Leben. Und als ich zu glauben begann, endlich ein wenig Verstand zu besitzen, erwies sich dies später ebenso als Irrtum, wie auch der lebenslange Gedanke, berühmt zu werden, als talentiert zu gelten und mit meinen Gaben und Eigenschaften reich und anerkannt werden zu können. Mit vierzehn verfasste ich mein erstes ernsthaftes Gedicht, wenig später den ersten Liedtext samt seiner Vertonung. Allesamt dilettantisch, rappelschlecht und überkandidelt. Erst ab Mitte der siebziger Jahre kamen erste Edelsteinchen zum Vorschein, hier und da einer, es machte Spaß, seine eigene Entwicklung zu begreifen, ich wurde hungriger und hungriger nach der eigenen Kreativität.
(------> wird fortgesetzt)

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