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2014-12-22

Ein oder mehrere Abschiede - Es geht weiter mit den Schlusspunkten -

Ein Zeichen setzen, einen Punkt machen, jetzt!, den Schlussstrich ziehen, hier und jetzt - Ja, wenn man sich verabschiedet, fehlen einem manchmal die Worte, und es müssen abgedroschene Worthülsen herhalten. Meine Alltagspoesie hinkt momentan ein wenig, ich bin prosaisch gepolt, von der tristen Wirklichkeit, die mir ihren Wischlappen genässt ins Gesicht schlägt. Sei´s drum, die Treppe hinab mit ihren fünfundzwanzigtausend Stufen, sie wird gegangen werden, ob ich will oder nicht. 
Es geht ums Abschiednehmen, falls es noch nicht bemerkt wurde.
Einerseits erfüllt es mich ein wenig mit Stolz, denn ich bin bestimmt der Einzige weit und breit, der dieses freiwillig tut. Ich will keinen Selbstmord begehen, das liegt mir fern, ich beuge mich nur ein wenig der Wirklichkeit, die keine Neuerungen kennt, auf vielen Gebieten, die mir mal etwas bedeutet haben. Sie sind im Begriff, allesamt bedeutungslos zu werden. 
Aber welche bleiben übrig? Sind es die, von denen ich mir wünsche, dass sie es bleiben? Eines ist gewiss, von der Gleichgültigkeit werde ich mich keineswegs verabschieden, die kann mich ruhigen Gewissens mein restliches Leben begleiten. Vom Hassen, vom Giften, von den Rachegedanken, von bestimmten Plänen lasse ich mich ebenfalls nicht weiter überfallen und beeinflussen. Die sind vorbei, gefallen wie faulende Früchte vom Baum der Erkenntnis.
Diese Abschiede geschiehen freiwillig, und es sind noch viele mehr, seit Jahren geht das nun schon so. Ich finde langsam Gefallen daran. Doch: Ein neuer Mensch werde ich dadurch nicht. Ich werde der Alte bleiben, der ich war. Ganz sicher aber werde ich mit weniger Eigenschaften durch die hiesige Gegend laufen. Ob sich dies zu einem Charakterfehler auswirkt?! Dieses Urteil überlasse ich Jenen, die sich anmassen, über mich urteilen zu wollen. Also tout le monde. Ich verlange sogar diese Gedankenfreiheit, die zwar nirgendwo hin führt, doch ein Restchen Respekt ist wohl immer noch drin, n´est-ce pas?

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