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2024-11-10

Zwei neue Gedichte von Phil Sutaio

Fazit ziehen

 

 

Es hört auf, wo es anfängt.

Und es liegt kein Zauber darin.

Die Wahrheit ist Lüge ist Wahrheit.

Ich pfeife auf die klugen Reden.

 

Es fliegt davon, wo es sich niederließ.

Sie heilt, wenn sie krankt.

Sie stirbt, weil sie lebt.

Ich pfeife auf die Logik.

 

Heute ist jetzt. Morgen auch noch.

Übermorgen? Ein ferner Planet.

Scheint unbewohnbar zu sein.

 


 

November in der Schublade

 

Es gibt keinen Neubeginn dort,

an der Stelle, wo das Alte endet.

Es gibt kein Neu, wenn das

Alte noch da ist,

das Blatt hat sich nicht gewendet.

Das Althergebrachte erklärt Altes für neu.

 

Die blanke Not ist zuhause,

in den Köpfen – bald, sehr bald

wird sie es in den Kochtöpfen sein.

Das Alte ist da,

es hebt sich aus dem Sumpf des Schweigens,

das Alte will uns seine neue Fratze zeigen.

 

Es wollen die alten Majestäten an

Die Macht, und dies um jeden Preis.

Sie sehen im Vorübergehen der langen Nacht

Neue Zeichen - für sich.

Für Denkungsarten, die nicht aus

Ihre Mitte stammen, gilt das nicht.

 

Der Deutsche November

Liegt in der Schublade,

bereit für einen Neuanfang.

Der Deutsche November

Kitzelt Erinnerungen wach.

 

Es werden Eitelkeiten auftauchen,

die einst verletzt wurden,

bald als gesundet und genesen gelten werden.

Wunden fordern Revanche,

lange danach, nachdem sie geschlagen wurden.

Auf geht´s in die alten Schlachtgedanken!

 

Haltet euch fest an der Reling,

das Schiff geht unter, und Rettung gibt es keine –

Deutschland im kalten November ist ein Boot

Im Sturm – und allein.

Der Deutsche November

Liegt in der Schublade,

bereit für einen Neuanfang.

Der Deutsche November

Kitzelt Erinnerungen wach.

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