Das
"Caveau chanson", die konzertreihe der blieskasteler kulturschaffenden,
entwickelt sich mehr & mehr zu einem publiklumsmagneten, oder ist
es nur meine einbildung, weil ich das vorhergehende konzert im februar
versaeumt habe!? Ich gebe zum wiederholten male zu, dass ich ein wenig
"schloesschenkeller-muede" bin, weil die chanson-abende dort doch nicht
so recht in mein verwoehntes, zugegeben, amerikanisch ausgerichtetes
musikantenbild passen wollen, vielleicht macht aber gerade dieses die
besonderheit aus, welche ein solcher abend an franzoesischen &
deutschen chansons bietet.
Noemi
Schroeder & ein pianist, dessen namen ich nicht mehr weiss, sind
"Petit Sourire", ihr auftritt ist programm, es heisst "begegnungen"
& berichtet von einer jungen frau namens Claire, die nach Paris
geht, um dort ihr glueck & ihre freiheit zu finden. & die lieder
umrahmen diese kleinen geschichtchen, bekannte lieder, z. b. "Ich bin
von kopf bis fuss auf liebe eingestellt", jaja, die gute, alte marlene
dietrich, sie hat ja auch mit paris recht viel zu tun gehabt, des
weiteren singt sie, noemi schroeder, gleich zu anfang "Paris seveille"
& "Oh, Champs Elysees", zwar reichlich bekannt, aber ……
Dieser
einwurf meinerseits ist es, der den eigentlichen "geist" dieses abends
ausmacht, der mir diese musik bis zum naechsten morgen im gedaechtnis
haften laesst, dass ich selbst mit den pianoklaengen morgens im kopf
wach werde. Ist mir noch nie zuvor so intensiv passiert. Meine besagte
"muedigkeit" war wie weggeblasen, auch, weil dieses konzert nicht wie
angegeben, im schloesschenkeller, sondern in der altehrwuerdigen
"Orangerie", dem einzigen uebriggebliebenen bau des alten schlosses der
von-der-leyen-grafen, stattfand.
& der bordeaux-wein schmeckte
hervorragend, ich konnte dem nicht widerstehen. Das witzige bei diesem
konzert in der orangerie war das ambiente, zur zeit findet dort eine
ausstellung ueber die auswirkungen der franzoesischen revolution in
blieskastel 1793/94 statt – das passte wirklich, kann ich nur sagen. Es
fehlte nur noch die gilloutine, aber das nur nebenbei.
Die
musik & die lieder, nicht zuletzt die persoenlichkeit noemi
schroeders verzauberten nicht nur mich im publikum, sie gab am schluss
fuenf zugaben zum besten, & das meine ich auch so. die lieder waren
zwar bekannt, aber wie gesagt, die musik hatte schon ganz frueh eine
wirklich besondere atmosphaere geschaffen, von der man schlecht wegkam,
wozu auch, sie weckte wieder die freude an diesen alten liedern, die
wahrlich unverwuestlich sind. Melodieselig ist das franzoesische
chanson, allein schon durch die melodioese franzoesische sprache – ich
verstehe zwar wenig von den franzoesischen texten, doch noemi schroeder
lässt die uebersetzungen ins deutsche geschickt in ihre geschichten
einfliessen – ein angenehmer umstand, wie ich finde.
Bleibt
zu hoffen, dass die beiden musiker mal wieder nach blieskastel kommen,
solch einen gelungenen chansonabend habe ich mir schon lange gewuenscht.
Mein altmodisches herzchen schlug hoeher & hoeher beim
wiedererkennen so mancher melodien wie "La mer" oder "Autumn Leaves/Les
feuilles mortes", & es ueberraschte mich immer wieder, wie zeitlos
diese lieder sind.
Oder lag es an der darbietung der bezaubernden noemi!?
Phil Sutaio möchte Sie auf eine interessante Reise mitnehmen. In unregelmäßigen Abständen wird über Zustände & Umstände berichtet, zwar aus vollkommen individueller Sicht, wie es sich gehört, & manches Mal völlig verzweifelt & ungerecht, parteiisch &/oder freiheitssüchtig. Aber mit gewissenhafter & hartherziger Ehrlichkeit verknüpft, die über alle Zweifel erhaben sein will - sich dennoch nur in Spöttereien manifestiert. Auf gehts, zu den Sternen ......!
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