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2021-06-26

Vorschau auf das kommende Buch: "DER WEIHRAUCH IN DEN KIRCHEN"



Vorschau auf das kommende Buch: _______________

Der Weihrauch In Den Kirchen
Gedichte

von
Rudolf Schwarz










Meine Vorstellung von Moral steht der von Kojoten näher
als den Rechtsbegriffen eines Staatsanwalts
oder dem Pflichtbewusstsein von Gefängnisaufsehern -
Wild schnüre ich in Savannen und Häuserschluchten herum
stöbere nach Mäuseaas gehe Menschen aus dem Weg
denn sie sind für mich nur eins: grausam und dumm
Ich habe keinerlei Vorstellung von Dreck.

Gut und böse bin ich in vielerlei Dingen
die Einen mögen´s brüllen Andere wiederum besingen
Vielfalten heißt der Rock des Menschenlebens
ich bin das «Dazwischen» – die Zollstation
zwischen den unsichtbaren Grenzen
dem Grau des Hoffens und Vergebens
keines davon wird je in der prallgelben Sonne glänzen.

Kojoten schmieden keine Pläne ob sie Odessa oder Berlin erobern
denn sie sitzen bereits in den Städten drin
Sie sind London Odessa Paris oder Berlin -
und die entleerte Savanne um jene Orte kündet von ihren schönen
Erkundungen ins menschliche höchste Heiligtum
der Quelle aus Gier nach Reichtum Sex und Ruhm
und was sie sonst noch zur Moral erhoben aufzählen.









Neugierig sein bis zum Schluss – wem sag ich das?
Die Jahre fließen stromabwärts in ein leeres Tintenfass
das seine Zündkraft frühzeitig verlor -
neugierig zu allem entschlossen komm´ ich mir dennoch vor.

Was wird geschehen in den kommenden Jahren?
In der begrenzten Zeit auf der Erde?
Ich wünsche mir dass es nicht zu spannend werde
so wie´s die früheren Zeiten ebenso wenig waren.

Eines muss ich mir eingestehen:
Die schönen jungen Mädchen lassen mich meistens stehen
ich war zu keiner Zeit ihr Held – wie sollte ich denn auch?
Einem räudigen Bastard tritt man lieber vor den Bauch.

Man verspricht ihm vehement kein erstes Stelldichein
lieber stellt man ihm ein zweites oder drittes Bein
Denn wer im Dörfchen als Schwächling gilt
von dem benötigt man kein weiteres Bild.








Nachwort des Verfassers

Frei, ungezügelt, wütend, traurig – so sollten diese Texte verfasst werden, über drei, vier Jahre hinweg, als «Nebenprodukt» zu den ernsthaft geschriebenen Texten für die Lieder, die später oder synchron vertont werden sollten ... es sind fünfzehn Jahre daraus geworden.
Ja, ohne Reim, ohne irgendein Versmaß, frisch von der Leber weg – die allerdings gar nicht mehr so frisch ist! – es sollte als Erholung gedacht sein, anfangs, als ich die ersten Strophen in wenigen Tagen schrieb. Für wen oder aus welchem Anlass, das war erstmal unwichtig, «früher», so wagte ich gerne zu behaupten, «früher schrieb und sang ich für die Störche auf dem Kirchturm.»
Mit dem profanen Wissen im Hinterkopf, dass es in den siebziger, achtziger Jahren keine Störche bei uns gab, abgesehen von importierten Exemplaren aus Nordafrika.

Das sollte bedeuten: Niemand liest meine Gedichte und Texte. Außer einem kleinen, unbedeutenden Kreis von höchstens fünf Personen, die sich jedoch nie kritisch oder konstruktiv zu meinen Gedichten äußerten. Sollte dieses Zurückhalten – oder Schweigen – trotzdem als nicht neutral, also nichtssagend, bewertet werden, so neige ich zu der Annahme, dass es sich um höfliche Abneigung und Ablehnung meiner Person und Werke handelte. Ein paar Ausnahmen gab es allerdings, diese positiven Aussagen ermutigten mich in meinen jungen Jahren, weiterzuschreiben, bis heute. Veröffentlichungen sind ebenso rar, ein paar in den späten Siebzigern, wenige in den Achtzigern – und mehrere in den Nuller Jahren, alle erschienen in Literaturmagazinen – that´s it.  Seit 2005 nenne ich mich «Dichter», ganz ernsthaft und im Verborgenen.

Die hier vorliegende Ausgabe eines Gedichtbandes zeigt mehrere Perioden, unterbrochen von mehrjährigen Tätigkeiten als Singer/Songwriter, die Sujets ähneln sich zwar, aber ich möchte hier lediglich die Gedichte jener Jahre von 2008 – 2014 und 2019 bis 2023 behandeln. Meine Thematik - in Liedern wie in Gedichten – umfasst die Liebe in ihrer dramatischen Form, Philosophisches (was ich so unter ´philosophisch´ verstehe), Versuchen, in Sonettform zu schreiben, meistens handelt es sich um
 Liebesverse an meine Lebensgefährtin, aber meine Hauptthemen sind und bleiben die «Einsamkeit des Menschen» und das «Sterben bis zur Wiedergeburt», wie ich das Absurde nenne, bis hin zum parodistischen Existentialismus. Und alles zusammen manchmal durchmischt mit meinem beißenden Humor, der genau ins Schwarze hineinragt.



























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