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2013-05-06

Drei Songgedichte von Phil Sutaio




Widerstand brechen







Mit pochendem Herzen aufwachen
und mit wutprallem Bauch schlafen –

So geht´s mir alleweil,
kann nichts dagegen machen.

In mir stecken zu viele Pfeile,

die ins Schwarze trafen.



Man will mir den Widerstand brechen,
wie bei einem Pferd oder Stier.
Doch dies bringt niemand fertig,
denn diese Tiere können sprechen.



Lupenrein ist nicht ganz meine Wut,
auch ist meine Person voller Ecken & Kanten.

Ich kann nicht finden, was ich suche,
aber es täte ziemlich gut.

Es sind noch viele Giftpfeile in der Luft,
die mir meine Feinde sandten.



Kristallklar entspringt sie, meine Wut,
aus dem Hügel meiner Kindheit,
bald ist sie ein reissender Wildbach,
mündet unruhvoll in mein Restchen Mut.
Das ertrinkt im seichten Flüßchen Gegenwart.



Endlos ist die Wut, endlos ihr Schrei -
Eine stumme Geste im Einerlei
der stumpf gewordenen Sprachen.

Wollten wir nicht dafür handeln,
was wir uns da erdachten?



Man will mir den Widerstand brechen,
wie bei einem Pferd oder Stier.
Doch dies bringt niemand fertig,
denn diese Tiere können sprechen.



Man will mir den Widerstand brechen,
wie bei einem Pferd oder Stier.
Doch dies bringt niemand fertig,
denn diese Tiere können sprechen.






Hab´ geträumt




Hab´ geträumt ….
Genug geträumt jetzt! Ich will nicht mehr!

Will keine Bilder mehr in meinem Kopf.

Aber ich hab´ geträumt.

Meine Haut ist verätzt.

Und der Krüppel in meinem Kopf
trägt endlich seinen Chinesen-Zopf.
Doch ich habe noch nichts versäumt.



Hab´ geträumt ….

Nicht in der Nacht, mitten am Tag,
wie man´s gewöhnlich tut im Schlaf.

Aber ich hab´ geträumt.

Die Frage ist: Wieviel Einbildung war dabei?

Träumtest du vom schwarzen Schaf,
warst du im Traum auch schön brav?

Und waren´s am Ende sogar zwei?



Hab´ geträumt, ich wäre jung und frei.

Hätte noch ein paar lange Haare –

Sogar ein blondes Mädchen war dabei.
Doch wo sind sie hin, die sinnlosen Jahre?



Hab´ geträumt ….

& die frühe Liebe war zurückgekehrt.

Will keine frühe Liebe mehr.

Will eine alte, die nicht so schnell vergeht.

Hab´ im Traum alle Fragen noch einmal gefragt,
ob das Leben so bunt ist wie ein Traum,
ob sie schwarz ist wie die Rinne an einem verbrannten Baum?

Ja, diese Fragen haben mich stets geplagt.



Hab´ geträumt ….

Genug geträumt jetzt! Ich will nicht mehr!

Wer bezahlt schon für meine kahlen Träume?

Es gibt sie in keinem Lehrbuch zu finden.

Doch gibt es was in ihnen
das mich keine Ruhe finden lässt.

Und mir fremde Winde um die Nase bläst.

Nie mehr werd´ ich fremden Herren dienen.



Hab´ geträumt, ich wäre jung und frei.

Hätte noch ein paar lange Haare –

Sogar ein blondes Mädchen war dabei.
Doch wo sind sie hin, die sinnlosen Jahre?






Schwarzbrenner Blues



Bist hier in der Fremde, mein Freund,
sei willkommen und ruhe dich aus.

Der Sommer mag jetzt kommen, ich fege
gerade letzte Schneeflocken aus dem Haus.

Schlag ruhig die Trommel,
meine Frau tanzt dazu –

Ich spiele Gitarre und hoere dir zu.

Ich kenne euch Fremde, sie sind so freundlich wie du.



Komm, erzähl´ von deinem Heimatland,
ich will wissen, wie man dort lebt. Sind die
Armen dort arm, die Reichen wirklich reich?

Hat dort schon mal die Erde gebebt?

Schlag deine Trommel,
spanne fester ihr musikalisches Fell –

Schlag in deinem Buch ein neues Kapitel
auf, der Augenblick vergeht schnell.




Hab´ auch von dem Schwarzgebrannten
noch etliche Flaschen im Keller -
Wir wollen trinken aus einem Glas
und wollen essen von einem Teller.

Du bist mir nicht fremd,
ich glaube dich als Bruder zu kennen.
Mein Nachbar grueßt nicht mehr
und will mich nicht beim Namen nennen.
Wir wollen trinken bis die Sonne blutig blueht
und wie eine brennende Rose verglueht.



Ruh dich aus, Fremder, hier bist du Gast,
dein Weg hierher war schwer, ich kenne das –

Zwar bin ich hier nicht fremd, falle aber nur zur Last.

Und die Gastlichkeit steckt voller Hass.

Schlag ruhig die Trommel,
meine Frau tanzt dazu -
Zwar geht meine Freude perdu,
aber die ist eh´ nur ein nichtsnutziges Apercu.








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