um himmels willen, was bringt ihr mir da an, lebkuchen, schokolade, nuesse, mandeln, spezereien vom nuernberger christkindlesmarkt oder von den bliesgau-maerkten, die allenthalben aus dem boden spriessen, wenn´s dezembert & weihenaechtigt, was das zeug haelt.
ich will diese sachen alle nicht, sie sind mir zuwider. ich habe keine weihnachtlichen endzeitstimmungen, keine winterdepression, keine weltuntergangsvisionen - ich habe die schnauze voll von diesen gefuehlsduseleien, die man an solchen tagen hervorkehrt, alle jahre wieder, fehlt nur noch der brave biedermann mit der bibel unterm arm, der sich in blieskastel blicken laesst wie ein himmlischer abgesandter oder schlimmeres aus rom ...
zum glueck lassen sich auf diesen verkappten billig-jahrmaerkten nur leute blicken, die ihren kindheitstraeumen einen deja-vu-nachmittag & -abend goennen wollen, mit zimtgeruch & zitronengeschmack, mit original merguez aus saarbruecken, mit lustigen teens & gelangweilten schneemaennern. nur die schneeraeumenden stadtarbeiter arbeiten, alle anderen singen froehlich & falsch in die runde, die musiken erklingen erhaben & suess, dass einem die ohren verklebt werden, der nachmittag war schon vormittags verdorben, allein an den gedanken an diese traute stunde in der innenstadt.
ich habe stets meine kleinen helferlein, die blues, bei mir in der jackentasche, die fluestern mir unaufhoerlich zu, dass ich da nichts zu suchen habe, weil ich als armer gefaelligst zuhause sitzen sollte & auf die hohlen sprueche & segnungen der menschheit vertrauen soll. aber sie sind nur wenige blues an diesem nachmittag, & ueberdies auch noch recht harmlos. denn sie kommen ja naechstes jahr wieder.
nur - wo soll ich hin in einem jahr!? wo soll ich heute noch hin, der nachmittag vermurkst, der abend nichtssagend & oede, wie alle dezembersonntage, lichtarm, kalt & nass, meine stimmung auf´m tiefpunkt, & meine haare wieder fettig & ungekaemmt.
meine seele erschaut das nirvana der christen, halleluja.
Phil Sutaio möchte Sie auf eine interessante Reise mitnehmen. In unregelmäßigen Abständen wird über Zustände & Umstände berichtet, zwar aus vollkommen individueller Sicht, wie es sich gehört, & manches Mal völlig verzweifelt & ungerecht, parteiisch &/oder freiheitssüchtig. Aber mit gewissenhafter & hartherziger Ehrlichkeit verknüpft, die über alle Zweifel erhaben sein will - sich dennoch nur in Spöttereien manifestiert. Auf gehts, zu den Sternen ......!
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