es ist immer wieder der gleiche traum: als 20jaehriger juengling, langhaarig, spaerlich bekleidet, stehe ich am fenster, die sonne scheint herein, es ist ein kalter spaetwintertag - ich sehe eine junge frau, einige jaehrchen juenger als ich, auf dem bett in der ecke liegen, sie schlaeft, sie raekelt sich leicht im schlaf, ihre decke ist verrutscht, sie strampelte sich frei, sie traegt unterhemd & hoeschen, ganz zuechtig - von meinen blicken oder durch die waermende sonne wird sie wach.
"Was machst du denn noch hier? verschwinde!!!!!!!"
dieser traum taucht in zahllosen variationen immer wieder in meinem leben auf, inzwischen bin ich fast vierzig jahre aelter. nichts kann ich dagegen tun, diese junge frau gab es wirklich, sie war damals meine erste freundin, eine goettin, eine engelsgleiche madonna, so, wie ich sie sah, konnte sie keiner sehen - es gab noch andere freundinnen, aber dieser eine traum blieb. & sie ist ein raetsel geblieben, bis zum heutigen tag.
sie warf mich damals aus ihrer wohnung. aber es war nicht das ende unserer freundschaft. das kam ebenso ploetzlich wie ihre heftige reaktion an diesem morgen. es sollten noch viele solcher situationen folgen, bis es endlich soweit war. mein gehoer war damals sehr gut, meine augen noch nicht so blind wie heute, mein bart noch nicht so lang & so schmutziggrau wie alter schnee, aber mein verstand war der eines bloeden juenglings, der diese frau begehrte & verehrte. erst viel spaeter kamen ihm, bei anderer gelegenheit, solche ausbrueche oder solche aehnlicher art, ueber die lippen. die zeit ist ein knueppel-aus-dem-sack, sie verzeiht niemandem. das kann man gut an den gesichtern von maennern erkennen, die ihre frauen lieben, deren liebe aber nicht erwidert wird.
ich mag meine frau, ob sie nun freundin ist, geliebte oder ehefrau - sie sollte keine madonna sein, sie sollte ein herz haben & verstand, sie sollte sexy aussehen, das alter spielt fast keine rolle - verlange ich zuviel? habe ich zuviel verlangt in der vergangenheit? diese fragen sind so ueberfluessig wie scheisse an einem blitzweissen abendkleid. ich stelle sie mir trotzdem.
da ist ein anderer, immer wiederkehrender traum: ich gehe auf einer regenfeuchten naechtlichen strasse, ein paar haeuser sind da, alte einfamilienhaeuser, nur teilweise beleuchtet, andere drohen mir mit ihren dunklen fensterhoehlen. ich bin ueber siebzig jahre alt, eher ende siebzig, meine beiden haende zittern ununterbrochen, mein magen knurrt den ganzen tag wie ein hund, der keinen knochen mag, meine schuhe sind fuer die kaelte nicht geeignet, sie sind die einzigen, die ich noch habe, & ich gehe & gehe durch diese nicht enden wollende allee von dunklen haeusern, nirgendwohin, aber immer noch auf der suche, aber mit einer ueberklaren gewissheit im kopf, es ist vorbei.
Phil Sutaio möchte Sie auf eine interessante Reise mitnehmen. In unregelmäßigen Abständen wird über Zustände & Umstände berichtet, zwar aus vollkommen individueller Sicht, wie es sich gehört, & manches Mal völlig verzweifelt & ungerecht, parteiisch &/oder freiheitssüchtig. Aber mit gewissenhafter & hartherziger Ehrlichkeit verknüpft, die über alle Zweifel erhaben sein will - sich dennoch nur in Spöttereien manifestiert. Auf gehts, zu den Sternen ......!
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2011-04-24
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